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Kommunen stecken die Positionen ab

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Mit der Bebauung des Bülzen hat Besigheim seine Entwicklungsmöglichkeiten im aktuellen Flächennutzungsplan ausgeschöpft.  Foto: 

Der einen Gemeinde gehen die Flächen für die Wohnbebauung aus, die andere hat im aktuellen Flächennutzungsplan noch genügend Flächen, für die es nicht einmal Planungen gibt. Der Gemeindeverwaltungsverband von Besigheim, dem die Kommunen Besigheim, Freudental, Gemmrigheim, Hessigheim, Löchgau, Mundelsheim und Walheim angehören, hat jetzt erste Schritte unternommen, um sich im neuen Flächennutzungsplan zu positionieren. Dieser gilt noch bis zum Jahr 2020. Nicht einmal drei Jahre bleibt dem Verwaltungsverband damit, um mit dem Verband Region Stuttgart und dem Regierungspräsidium zu einem Ergebnis zu kommen, welche Kommune wie viel Bauland braucht und wo es liegt. Noch vor dem offiziellen Beginn des Verfahrens, für das ein Aufstellungsbeschluss benötigt wird, soll deshalb das Ludwigsburger Planungsbüro KMB erste Planungsleistungen erbringen.

Besigheim ist eine der Kommunen, die den Flächennutzungsplan der vergangenen 15 Jahre in vollem Umfang ausgenutzt hat. „Es ist nichts mehr übrig“, sagte Heike Eckert-Maier, im Rathaus verantwortlich für die Städteplanung, auf Anfrage der BZ. Nach ihren Angaben waren im aktuellen Flächennutzunsplan 12,1 Hektar Gelände für die Wohnbebauung ausgewiesen. Die beiden Gebiete im Winzerhäuser Weg in Ottmarsheim (4,2 Hektar) und im Spindelberg (2,1 Hektar) sind schon vor Jahren entwickelt und bebaut worden. Im Bülzen-Ost, dem größten städtischen Projekt, ziehen aktuell private Eigentümer und vor allem Wohnbaugesellschaften ihre Neubauten hoch. Im Bülzen, mit dessen Bebauung Ende des vergangenen Jahrtausends begonnen wurde, geht es also ohne neuen Flächennutzungsplan nicht weiter.

Wo es überhaupt weitergeht in Besigheim, dazu wollte sich Eckert-Maier nicht äußern. „So weit sind wir noch gar nicht“, sagte sie. Frühestens im Herbst könne darüber eine Aussage gemacht werden, wenn KMB die notwendigen Vorarbeiten erledigt habe und feststeht, welches Flächenkontingent der Stadt seitens der Region zugewiesen wird.

Bei der Region jedenfalls ist der Osten der Stadt, also die Verlängerung des Wohngebiets Bülzen Richtung Hessigheim, als Wohnungsschwerpunkt ausgewiesen, sagte Planungsdirektor Thomas Kiwitt auf BZ-Anfrage. „Da kann es weitergehen.“ In welchem Umfang, das ist unklar. Wo es vermutlich nicht weitergeht, ist das Gelände der alten Ziegelei, dem zweiten ausgewiesenen Wohnungsschwerpunkt, einer Brache in der Weststadt. Hier stellen sich für Kiwitt schwierige Fragen des Artenschutzes.

Vorerst aber gehe es darum, eine Bedarfsprognose zu errechnen anhand der demografischen Entwicklung. Ein Mittelzentrum wie Besigheim, das an der Schiene liegt,  dürfe sicher mit einem Zuschlag rechnen, da die Stadt Wanderungsgewinne verzeichne und Flächen über den Eigenbedarf hinaus benötige. Zu bedenken sei auch, dass sich ein Mittelzentrum Gedanken darüber machen müsse, wie die Arbeitsplätze im Ort gehalten werden können. In diesem Zusammenhang kommt eine mögliche Erweiterung des gemeinsamen Industriegebiets auf der Ottmarsheimer Höhe ins Spiel, das von fünf Kommunen des GVV plus Neckarwestheim gebildet wird. Über alle diese Fragen seien die Stadt Besigheim und der Verband Region Stuttgart „in einem guten Dialog“, sagte Kiwitt.

Alles noch übrig

Während Besigheim also alles verbraucht hat, konnte man im benachbarten Walheim in den vergangenen 15 Jahren völlig darauf verzichten, die drei für Wohnbau ausgewiesene Hektar Fläche zu verbrauchen oder auch nur zu überplanen. Sie befinden sich am Ortsrand der Gemeinde in Richtung Hofen und sind aktuell noch mit Reben bepflanzt.

„Trotzdem ist unsere Einwohnerzahl um rund 250 gestiegen“, sagte Walheims Bürgermeister Albrecht Dautel im Gespräch mit der BZ. Der kleinen Gemeinde boten sich zwei Chancen der Innenentwicklung. Zunächst wurde das ehemalige Gelände der Firma Sioux mit Wohnungen und Häusern bebaut, danach entstanden auf dem Sapper-Areal Häuser mit insgesamt 35 Wohneinheiten. Flächen für Gewerbe waren erst gar nicht ausgewiesen. „Dieses Thema findet in Ottmarsheim statt“, sagte Dautel, denn auch Walheim gehört dem Industrie­-Zweckverband an.

Die Verhandlungsposition mit der Region ist also eine völlig andere als in Besigheim. Er sei gespannt, was der neue Flächennutzungsplan jetzt für Walheim bringt, sagte Dautel. Bei der Aufstellung des jetzt gültigen Planes war die verfügbare Fläche für Wohnungen im Jahr 2005 von 5,5 auf drei Hektar reduziert worden. Das sollte nicht noch einmal passieren. „Ich gehe davon aus, dass uns diese Entwicklungsmöglichkeit erhalten bleibt.“ Walheim sei die einzige der kleineren Gemeinden, die an der Schiene liegt, argumentierte Dautel. „Und politisch ist die Wohnbebauung gewollt“, so der Bürgermeister.

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Wappen
Ludwigsburg

Besigheim

Einwohner: 12018 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74354
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 202 m ü. NHN
Bürgermeister Steffen Bühler

www.besigheim.de/

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