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Jetzt kommt doch ein weiterer Döner-Laden

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Das Gebäude Hauptstraße 25, der frühere Fahrrad- und Nähmaschinenladen Reichert in Besigheim. So froh die Stadträte über eine neue Nutzung im Prinzip sind, die Genehmigung für einen Dönerladen ging nur mit knapper Mehrheit durch.   Foto: 

Es waren einst drei gute Adressen für den Einkauf in der Stadt: Fahrräder und Nähmaschinen gab es in der Hauptstraße 25 bei der Familie Reichert, zwei Häuser weiter lag ein großes Angebot an Haushaltswaren in der großzügigen Schaufenster-Auslage der Familie Seibold. Und am unteren Ende der Hauptstraße bot die Familie Mayer über Jahrzehnte Schuhe zum Verkauf an. Alle drei Häuser werden heute anders genutzt oder aktuell umgebaut – mit unterschiedlichen Problemen und Konsequenzen für das Stadtbild und das Angebot an Geschäften, wie am Dienstag in der Sitzung des technischen Ausschusses deutlich wurde.

Größtes Sorgenkind ist der frühere Fahrradladen Reichert, der seit vielen Jahren leer steht. Das Gebäude wirkt von außen heruntergekommen, Tür und Fenster sind mit Plakaten der Felsengartenkellerei beklebt, um an dieser prominenten Stelle einen freundlichen Eindruck zu vermitteln. Doch die Scheibe über der Tür ist eingeschlagen, das Haus steht leer, so die Information von Heike Eckert-Maier, der Leiterin des Stadtbauamtes in Besigheim. Es gibt aber einen Investor und der hat laut Maier durchaus Pläne, „etwas Ordentliches“ aus dem Haus zu machen, sagte sie.

Schon die zweite Beratung

Trotzdem hat der Gemeinderat im Januar ein erstes Baugesuch abgelehnt, und auch das zweite, geänderte Baugesuch, das am Dienstag im Ausschuss vorgestellt wurde, wurde nur mit knapper Mehrheit genehmigt. Das Problem an der Sache: Im Erdgeschoss will der Eigentümer einen Döner-Laden einrichten. Und das passt vielen Gemeinderäte nicht, wie in der Diskussion deutlich wurde. Vor allem deshalb nicht, weil ein Teil der Mülleimer einfach auf der benachbarten Hoffläche abgestellt werden soll, dort wo sie schon jetzt stehen. Zudem befürchten die Stadträte nächtliche Parkplatzprobleme und Lärm in der Hauptstraße, da der Dönerladen bis 24 Uhr geöffnet haben soll. Nur 50 Meter weiter die Straße hinab gibt es bereits einen Dönerladen, der in dieser Hinsicht ein schlechtes Vorbild sei, so die Stadträte.

Keine rechtliche Handhabe

Eine rechtliche Handhabe, das Baugesuch abzulehnen, hat die Stadt allerdings nicht, warnten Bürgermeister Steffen Bühler und Stadtbauamtsleiterin Eckert-Maier die Gegner.

Denn andere Auflagen wie die Entlüftung der Küche über einen Kamin konnten in dem zweiten Baugesuch erfüllt werden. Einzige Handhabe wären die Gestaltungsvorschriften der Stadt für die Außenbewirtung, auf die Stadträtin Sibylle Reustle hinwies. Aber überall sonst in der Innenstadt, auch in der Kirchstraße, stellen Hauseigentümer ihre Mülleimer einfach vor die Tür. Warum also sollte man ausgerechnet gegen den Döner-Laden vorgehen, fragte Bühler?
 Was blieb, sind einige Auflagen an den neuen Eigentümer, der in Heilbronn bereits mehrere Döner-Läden betreiben soll. Ob sie wirklich durchgesetzt werden können ist fraglich, stellte Bühler klar. Dazu gehört die Aufforderung, nur zurückhaltende Werbung an dem Gebäude anzubringen und die Fassade zu sanieren oder zu streichen. Eine Erlaubnis für eine Außenbewirtschaftung auf der öffentlichen Fläche wird es jedenfalls nicht geben.

Die Fassade des früheren Haushaltswarengeschäfts Seibold dagegen ist bereits saniert. Dort ist die Familie eingezogen, die das Gebäude gekauft hat. Für den Laden des Erdgeschosses dagegen will sich kein Mieter finden. Das bedauert auch Hansjörg Kollar, der Vorsitzende des Markering Concept, MCB, in Besigheim. Immer noch sind deshalb auch hier die Fensterflächen mit Plakaten der Felsengartenkellerei beklebt, um einen halbwegs freundlichen Eindruck zu erwecken.

Immer die Parkplätze

Das Problem seien die fehlenden Parkplätze in diesem Teil der Hauptstraße, sagt Kollar. Generell beklagt er auch ein hohes Mietniveau, das manchen potentiellen Ladenbetreiber abschrecke. Der Vermietung als Büro oder auch die Umgestaltung zu Wohnungen gibt er eine größere Chance. Trotz der großen Schaufenster sei der Laden eher klein, da die Räume nicht tief seien.

Zur Kernsanierung und zum Umbau  zu einem reinen Wohnunghaus hat sich der Investor entschlossen, der das Gebäude des früheren Schuhladens gekauft hat. An der scharfen Ecke der Hauptstraße zur Enzbrücke gibt es zwar viel Verkehr, aber keine Chance zu parken.

In Kürze will der Bauherr mit dem Umbau beginnen. Das aber bedeutet: Die Hauptstraße musss phasenweise halbseitig gesperrt werden, wie Stadtbaumeister Andreas Janssen in der Sitzung des Ausschusses deutlich machte.  Zu befürchten seien Behinderungen über mehrere Monate hinweg.

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Besigheim

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Bürgermeister Steffen Bühler

www.besigheim.de/

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