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Ein Tauben-Titel steht noch aus

Das "Rennpferd des kleinen Mannes" nennt man die Zuchttaube im Ruhrgebiet. Rund 600 solcher Tauben gehören zum Bestand der Besigheimer Kleintierzüchter. Im Freien fliegen dürfen sie allerdings nicht. Das wäre viel zu gefährlich.

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  • Jürgen Friedl mit einem seinem gescheckten "Italienischen Mövchen", blau gehämmert, in der Anlage der Besigheimer Kleintierzüchter. 1/2
    Jürgen Friedl mit einem seinem gescheckten "Italienischen Mövchen", blau gehämmert, in der Anlage der Besigheimer Kleintierzüchter. Foto: 
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Mit sicherem Handgriff fängt Jürgen Friedl eine seiner Tauben in der Voliere auf dem Gelände der Besigheimer Kleintierzüchter. Friedl, Vorsitzender und Taubenzuchtwart des Vereins, spreizt vorsichtig die Flügel des gescheckten Tieres, um die "Hämmerung" zu begutachten, wie sich die schwarzen Farbpunkte auf den Federspitzen auf dem Körper des Tieres verteilen. Der Kopf des Vogels der Rasse "Italienisches Mövchen" wird begutachtet, ob er breit genug ist und oben abflacht. Und auch die Ausbildung der Kehlwamme, einer Hautfalte unter dem schmalen Schnabel, und des Jabots, des Federsaumes am Hals, sind Kriterien für ein Tier von edler Rasse.

Große Hoffnungen setzt Friedl in die Jungtiere, die in seiner Voliere versammelt sind. Unter ihnen befinden sich auch einige "Mokee"-Tauben, die gut daran zu erkennen sind, dass sie mit dem Kopf wackeln. Am Boden laufen Wachteln, deren Eier Friedl in einer Schale gesammelt hat, um sie gelegentlich beim Frühstück zu verspeisen. Möglicherweise, so hofft der Züchter, ist unter den gescheckten und weißen "Mövchen" ja ein besonders schönes Exemplar, das beim "Goldenen Siegerring", dem jährlichen Wettbewerb in Dortmund, einen Spitzenplatz erringen kann. Friedl jedenfalls will in diesem Jahr an der Schau im Ruhrgebiet kurz vor Weihnachten teilnehmen.

Ende August werden die Jungtiere in dem Schlag nach Männchen und Weibchen getrennt, um für das nächste Zuchtjahr eine neue Auswahl treffen zu können. Mit seinen Tauben hat Friedl bisher bei Lokalschauen "Große Preise" gewonnen". Er sieht deshalb noch Luft nach oben. Mit seinen "Rheinländern blau gesäumt", einer Hühnerrasse, war der Vereinsvorsitzende bisher ungleich erfolgreicher. Sechs deutsche und zwei Europameistertitel konnte er bisher sammeln. Zwei seiner Tiere wurden sogar zu Europa-Champions gekürt.

Rund 600 Tauben der Rassen "Mookee", "King", "Deutsche Modeneser", "Kupfergimpel" und "Italienische Mövchen" gehören zum Bestand des Vereins, dessen Zuchtanlage mit 19 Ställen und Freigehegen auf dem Besigheimer Schäuber liegt. Friedl selbst hält etwa 130 bis 150 Tauben. Die 20 aktiven Mitglieder des insgesamt 68 Köpfe zählenden Vereins halten rund 2000 Kleintiere auf dem Gelände, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Hühnern und Hasen.

Als Brieftauben haben die Vögel schon manchen Züchter mit ihren Leistungen beeindruckt. "Rennpferde des kleinen Mannes" werden sie deshalb im Ruhrgebiet genannt. Doch Friedls Zöglinge werden die Freiheit nie erblicken, "aus Sorge um die vielen Greifvögel", sagt er. Habichte, Raben und Krähen - sie alle stellen Tauben nach.

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