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Die Wege eines Wegewarts

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Sie kennen sich mit Wanderkarten aus (von links): die beiden Wegewarte Gustav Joos und Eberhard Geist und Günther Bodenschatz vom Besigheimer Albverein.  Foto: 

Ein Wegewart ist der, der nichts anderes macht als Sorge zu tragen, dass ausgewiesene Wanderwege begehbar sind. Die müssen immer wieder freigeschnitten werden.“ So umreißt Gustav Joos vom Besigheimer Albverein die Aufgaben eines Wegewartes, die er zusammen mit Eberhard Geist wahrnimmt, der gleichzeitig für die Pflege und den Erhalt der Schilder und Wandertafeln zuständig ist. Begehbar sein sollten die Wanderwege des Schwäbischen Albvereins das ganze Jahr, und weil die Ortsgruppe Besigheim eine Kooperation mit dem 3B-Tourismus pflegt gehört es auch zu den Aufgaben der Wegewarte, die von der Tourismuszentrale im vergangenen Jahr neu ausgeschilderten Wege mit ins Pflegeprogramm zu integrieren. Sind die Wegewarte im Wald unterwegs, haben sie immer ihre Scheren dabei, auch um die Wegbeschreibungen unter Umständen vom Gestrüpp freizuschneiden. Der Wegewart hält seinen Blick auch auf den Boden gerichtet und schaut nach Wurzelverschiebungen, denn das sind Stolperfallen für Wanderer im Gelände.

Immer wieder haben Gustav Joos und Eberhard Geist auch mit Vandalismus im Wald zu tun. Es ist wohl nicht so, dass die Beschilderung ständig beschädigt wird, aber „es kommt schon vor, dass jemand ein Schild als Souvenir mit nach Hause nimmt, oder dass Kinder mit Steinen drauf zielen und es dadurch beschädigt wird“. Wird eines der 3B-Schilder in Mitleidenschaft gezogen, ist Eberhard Geist gefragt. Er meldet den Schaden weiter an die Firma, die die Reparatur vertraglich für den 3 B-Tourismus übernimmt oder bringt das selbst wieder in Ordnung.

Wegewarte sind außerdem wahre Meister im Wanderkartenlesen. Irgendwann kam in der Besigheimer Ortsgruppe  der Gedanke auf, einen Kurs zum Thema Kartenlesen für Wanderfreunde abzuhalten. Doch die laufenden Aufgaben, zu denen auch das Austüfteln und Vorbereiten von Wanderungen gehört, hält die Wegewarte in Trab, denn schließlich sind sie im Verein Wegewart und Wanderwart in einer Person.

  Mitwanderer, die nicht dem Albverein angehören, sind bei allen der rund 20 Wanderungen der Ortsgruppe im Jahr willkommen. Die Besigheimer Ortsgruppe bietet auch Wanderungen für junge Familien zur Nachwuchssicherung an, die sehr gut ankommen. „Wir haben 40 Prozent mehr Wanderer, die von außen kommen, als noch vor wenigen Jahren“, beschreibt der stellvertretende Vorsitzende Günther Bodenschatz die Entwicklung. Wert gelegt wird auch darauf, dass ältere Mitglieder, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, mitkommen können. „Es gibt immer zwei Wanderungen, eine längere von 15/16 Kilometern Länge und eine kürzere. Wer ganz schlecht zu Fuß ist, kann auch im Bus bleiben und sich von dort aus die Gegend ansehen“, macht Günther Bodenschatz deutlich.

Starker Bezug zur Region

Einen besonders starken Bezug zur Natur in der unmittelbaren Umgebung haben die Wegewarte in Besigheim. „Mallorca interessiert mich überhaupt nicht. Bei uns gibt es immer wieder so viel zu entdecken“, bringt es Eberhard Geist auf den Punkt. Zuhause hält er seine eigenen Hühner und verwirklicht sich als Mondgärtner im Sinne der Demeter-Philosophie. Geist ist ein großer Kenner von Wildblumen. Die Trockenrasenpflege gehört im Verein deshalb zu seinen Spezialgebieten. Vor allem das Gebiet oberhalb der Kläranlage in Richtung Bietigheim pflegt Eberhard Geist das Gelände mit seinen Mitstreitern, damit Küchenschelle und das „Waldvöglein“, eine seltene heimische Orchidee, hier ein Zuhause haben und nicht unter altem Gras vom Vorjahr ersticken.

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