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Der Mäuseturm steht für Geschichte

Die Chancen auf einen Erhalt des Mäuseturms steigen. Mit Landeszuschüssen könnte das älteste Gemäuer Freudentals vor dem Verfall gerettet werden.

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Mitglieder des Freudentaler Gemeinderats im Februar bei der Besichtigung des Mäuseturms.  Foto: 

  Landeszuschüsse zur Ortskernsanierung in Höhe von 85 Prozent stehen für die Sanierung des Mäuseturms in Aussicht. Die Chancen, das älteste Gemäuer Freudentals vor dem Verfall zu retten, steigen.

Der kleine Mäuseturm ist nämlich Teil des mittleren Schlosses, eines von ehemals drei Schlössern der kleinen Gemeinde am Rande des Strombergs. Jahrhunderte hat er überdauert. Bis in die 1930er-Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde er als Arrestturm der Gemeinde genutzt. Hier gab es die „Turmstrafe“ bei kleineren Delikten, die öffentlichkeitswirksam am Sonntag vollzogen wurde. Historisch dürfte der Mäuseturm Teil eines  Eingangs zum Schloss gewesen sein, in dem auch noch unterirdische Gänge vermutet werden.

Bereits im Februar gab es einen Ortstermin für die Bürger, bei dem Ideen für die Verwendung des  kleinen Turms gesucht wurden. Als kleines Heimatmuseum oder als Ausgangspunkt für den historischen Ortsrundgang könnte das Gebäude genutzt werden, lauteten die Vorschläge. Dass sich hier im ältesten Gemäuer des Orts auch dessen Geschichte mit Wandtafeln und Karten gut darstellen ließe, war eine weitere Idee.

Sanierungsbedürftig ist das Gemäuer in jedem Fall. Nach einer Schätzung belaufen sich die Kosten für die Sanierung der Mauern und der Dachkonstruktion auf rund 110 000 Euro. In einem Gespräch der Verwaltung mit dem Landesdenkmalpfleger und dem Fachbereichsleiter beim Landratsamt war die Erhaltungspflicht der Gemeinde ein Thema. Und es wurden weitere Mittel zu den bereits bewilligten 22 800 Euro in Aussicht gestellt. Zudem werde geprüft, ob auch eine Förderung aus der Denkmalstiftung in Frage kommt, die sich insbesondere um nicht genutzte Gebäude kümmert. Diese Beträge würden von den 110 000 Euro abgezogen, wenn der Aufstockungsantrag für die „Sanierungsmaßnahme Ortskern II“ bewilligt wäre. Bis Ende Oktober muss für 2017 der Antrag gestellt werden, im Oktober wird darüber im Gemeinderat beraten.

Nach einem weiteren Ortstermin für die Gemeinderäte stellte sich für viele aus dem Gremium die Frage, ob die Kosten gerechtfertigt sind. Trotz der 85 Prozent dürfe man nicht verkennen, dass sie von Steuerzahlern aufgebracht würden, kritisierte Norbert Schmatelka von der Bürgergruppe auf der Juli-Sitzung des Gemeinderates. Der Vorschlag, den Turm wieder als Gefängnis zu nutzen, war nicht ganz ernst gemeint, hätte aber für den ein oder anderen Freudentaler sicher eine abschreckende Wirkung.

„Wieso kommen die Leute nach Freudental?“, fragte Bürgermeister Alexander Fleig. Für ihn liegt die Antwort auf der Hand: Wegen der besonderen Geschichte und dem Pädagogisch Kulturellen Centrum (PKC), das an den einstmals hohen Anteil von jüdischen Bürgern im Ort erinnert. Für die Geschichte steht in jedem Fall der Teil des ältesten Gebäudes. Und es steht immer noch.

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