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Der Bauschutt wird zum größten Teil wiederverwertet

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Die Baustelle des Reststoffbearbeitungszentrums auf dem GKN-Gelände in Neckarwestheim.  Foto: 

Am Freitag, 21. Juli, wird der Kreistag darüber entscheiden, ob Bauschutt, der beim Rückbau des Atomkraftwerks in Neckarwestheim anfällt, auf Deponien des Landkreises Ludwigsburg gelagert werden darf. Der Landkreis sei rechtlich dazu verpflichtet, argumentiert Landrat Rainer Haas. Die Gegner in den Reihen mehrerer Fraktionen, am deutlichsten bei Freien Wählern/FDP und der Linken, sind skeptisch bis abwehrend. In Schwieberdingen, wo die Bauschuttdeponie des Landkreises liegt, hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, um die Lagerung abzuwenden.

Derweil gehen die vorbereitenden Arbeiten auf dem Kraftwerksgelände in Neckarwestheim weiter. Auf einem Baufeld von etwa 90 mal 200 Metern entstehen seit Februar 2016 ein Reststoffbearbeitungszentrum und ein Standort-Abfalllager, also eine Art Industriewerk für den Rückbau der Gebäude- und Anlagenteile aus dem Atomkraftwerk. Zunächst musste nach Informationen von Kraftwerksbetreiber EnBW der Untergrund aufgearbeitet werden. Rund 650 Bohrpfähle wurden für die Tiefgründung hergestellt und abgestemmt. Die Bohrpfähle reichen von der Unterkante der Bodenplatte bis zu 20 Meter in die Tiefe und wurden ins Felsgestein eingebunden. Dieser Teil der Arbeiten ist laut EnBW abgeschlossen.

Arbeiten kommen voran

Im Reststoffbearbeitungszentrum werden aktuell die Bodenplatten sowie die Außenwände hergestellt. Im künftigen Standort-Abfalllager sind die Bodenplatten bereits betoniert und die Arbeiten an den Außenwänden weit fortgeschritten, sodass das Dach voraussichtlich noch in diesem Jahr geschlossen werden kann. Die Fertigstellung der Bauten und ihre Inbetriebnahme ist für das Jahr 2018 vorgesehen.

Wenn es soweit ist, so die Argumentation von EnBW, können die Mitarbeiter beim Rückbau des Kernkraftwerks in Neckarwestheim die Erfahrungen nutzen, die sie in Obrigheim gewonnen haben. Dort wurde bereits 2008 mit dem Rückbau des Kernkraftwerks begonnen. Viele Großkomponenten wie Generatoren, Turbinen, Dampferzeuger, Kühlmittelpumpen, Armaturen und Leitungen sind bereits abgebaut. Schon im Sommer 2015 wurde der 135 Tonnen schwere Reaktordruckbehälter an einen Platz transportiert, an dem er zerlegt werden kann. In Neckarwestheim dagegen gab Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) erst Anfang April 2017 den offiziellen Startschuss für den Rückbau von Block I, dessen Dauer auf 15 Jahre geschätzt wird.

Bei diversen Aufklärungsaktionen betonte der Kraftwerksbetreiber immer wieder, dass nur ein sehr geringer Teil der Rückbau-Materialien aus dem Kernkraftblock „nuklearspezifisch relevant“ sei, also radioaktiv belastet ist. Doch die Massen sind gewaltig. Allein aus dem Rückbau von Block I fallen nach Angaben von EnBW etwa 331 000 Tonnen Bauschutt und Maschinen- und Anlagenteile an. Das Material aus Block II, der bisher noch Strom produziert, wird sogar auf ein Gewicht von 900 000 Tonnen geschätzt.

Etwa ein Prozent dieser Masse, immerhin 12 000 Tonnen aus beiden Blöcken, werden auf Deponien oder Beseitigungsanlagen angeliefert. Mehr als 98 Prozent des Abfalls gelangen direkt zurück in den Stoffkreislauf, werden also wiederverwertet oder beseitigt, sagt EnBW. Weniger als ein Prozent der Materialien, beispielsweise Betriebsabfälle, sind radioaktiv belastet. Das trifft vor allem auf die Reste des Reaktordruckbehälters zu. Sie kommen in das Abfalllager, das gerade auf dem GKN-Gelände entsteht. Denn solange das für diese schwach- und mittelradioaktiven Abfälle vorgesehene Endlager „Schacht Konrad“ noch nicht in Betrieb genommen ist, sei die EnBW zur Zwischenlagerung verpflichtet.

Klar geregelte Entsorgungswege

Für alle Reststoffe und Abfälle gibt es klar geregelte Entsorgungs- und Verwertungspfade, betont der Kraftwerksbetreiber. Teile, die mit Radioaktivität in Berührung gekommen sind, werden vor allem mittels dreier Verfahren gereinigt: Sie werden gewaschen, mit Sand abgestrahlt oder kommen in ein Ultraschallbad. Das alles geschieht unter einem Dach betont EnBW, eben im Reststoffbearbeitungszentrum. Es enthält die  Einrichtungen zur Zerlegung von Reststoffen und zur Dekontamination und einen Freimessbereich zur Überprüfung, ob Schutt und Abfälle tatsächlich rückstandsfrei von Radioaktivität sind.

Bevor festgelegt wird, was mit dem Abbaumaterial geschieht, werde es immer wieder gemessen und bearbeitet. Dies geschehe unter Aufsicht von Behörden und von Gutachtern, betont EnBW.  Der Vorteil aus EnBW-Sicht: die Reduktion des radioaktiven Abfalls auf ein Minimum und die Erhöhung des Anteils der Reststoffe, die dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden.

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