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Besigheim anno 1953: Stadtführung mit einem Schauspielensemble

In den Genuss eines Stadtrundgangs der besonderen Art kamen am Wochenende zahlreiche Teilnehmer der speziellen Themenführung "Besigheim im Dämmerlicht".

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"Ganz zufällig" verwickelten immer wieder Schauspieler in den Rollen von Besigheimern Stadtführerin Ellen Schlotterbeck in ein Gespräch.  Foto: 

Mit Ellen Schlotterbeck und einem Schauspielensemble der Besigheimer Studiobühne ging"s am vergangenen Wochenende zurück ins Besigheim anno 1953. Die informative Stadtführung "Besigheim im Dämmerlicht" beleuchtete die Geschichte der Stadt aus einer ganz anderen, ansprechenden Perspektive. Reingeschmeckte oder gar Fremde hätten womöglich die eine oder andere sprachliche Barriere überwinden müssen - war der geführte Rundgang doch nahezu ausschließlich in breitestem Schwäbisch gehalten.

"Ich darf mich kurz vorstellen. Ich bin das Fräulein Helga Kurrle und bin Lehrerin für Geschichte", so eröffnete Ellen Schlotterbeck die Stadtführung. Sie und acht Schauspieler der Studiobühne Besigheim schlüpften in fiktive Charaktere aus dem Jahr 1953 und verpackten ihre Botschaften und Informationen in eine Geschichte. Das Fräulein Kurrle ging als Stadtführerin stets voran und traf mit ihrer Gruppe regelmäßig "ganz zufällig" auf einen der Stadtbewohner. Dabei tauchten die Darsteller immer wieder, zum Teil ganz plötzlich und unverhofft, an anderer Stelle auf, um die Handlung stetig fortzuspinnen.

Der Rundgang, an dem am Sonntagabend etwa 50 Interessierte teilnahmen, startete vor dem Rathaus. Dort griffen bereits einige Schauspieler ins Geschehen ein, so etwa der Pfarrer, die Verliebten Lisbeth und Fritz, das Fräulein Abendrot sowie der trinksüchtige Jakob. Mit derber Wortwahl warf dieser ganz nebenbei einen Blick in die Zukunft: "Das Fräulein Kurrle hat schon Hosen an. Passt auf, irgendwann regieren in Amerika die Neger, womöglich noch aus Besigheim." Eine Anspielung auf US-Präsident Obama mit Vorfahren in Besigheim.

Ihren Namen solle die Stadt übrigens daher haben, dass einige Kaufleute bei ihrer Durchreise ausgeraubt worden seien und sie "Böseckheim" fortan umgehen wollten. Nach einigen Details zur Stadtgeschichte war der nächste Stopp am Backhäusle. Auf dem Weg zum Steinhaus wurden dann Teile der Stadtmauer passiert. Kaum vorstellbar, dass dort entlang einmal der Neckar floss.

Das Steinhaus, ursprünglich der Wohnsitz einer adligen Familie, wurde 1810 zum Amtsgefängnis, was durch den Auftritt des starrköpfigen Anselms eindrücklich illustriert wurde. In der Kirche berichtete anschließend der Pfarrer über den 13 Meter hohen Cyriakusaltar, benannt nach dem Schutzheiligen der Geistes- und Nervenkranken. Mit Enz und Neckar war Besigheim geradezu ein Mühlenparadies - Grund genug für Fräulein Kurrle, auch an dieser Stelle ihr Wissen zum Besten zu geben. Die Zeitreise durch das frühere Besigheim endete mit einem kleinen Umtrunk und Salzgebäck.

Und warum nehmen Besigheimer an dieser besonderen Stadtführung teil? "Wir leben schon 19 Jahre in Ottmarsheim", antwortete Susanne Pfeiler, "und eigentlich habe ich noch gar nicht so viel von Besigheim gesehen." Annette Manhart wohnt zwar ebenfalls schon länger in der Stadt, doch ihre Beweggründe sind andere: "Wir fanden es vor allem für die Kinder spannend. Sie kommen jetzt in die Schule. Durch das Theater weckt es die Aufmerksamkeit, und man kann sich alles besser merken." Besonders gefallen hat ihr die Szene in der Kirche, denn "den Altar hab ich noch nie so genau anschauen können."

Info Am Samstag, 21. September, findet die letzte Stadtführung "Besigheim im Dämmerlicht" statt.

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