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Musik tröstet in den schwersten Stunden

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Katrin Graf setzt ihre Querflöte beispielsweise bei Beerdigungen ein, das erleichtert ihrer Ansicht nach die Meditation und den Trost der Hinterbliebenen.  Foto: 

Der Auslöser war ein persönlicher Schicksalsschlag: Katrin Graf aus Walheim hat als junge Mutter von vier Kindern erleben müssen, wie ihr Ehemann bei einem Autounfall ums Leben kam. Seitdem befasst sie sich intensiv mit dem Thema Tod und will anderen Menschen mit ihrer Musik und mit Vorträgen dabei helfen, dem Unausweichlichen leichter zu begegnen.

„Die schwersten Schritte gemeinsam gehen“, darum geht es Katrin Held aus Walheim. Vor zwei Jahren ist sie von der Schwäbischen Alb zurückgekehrt an den Ort, wo sie aufgewachsen ist. In Walheim lebt heute noch ihr 87-jähriger Vater, dem Katrin Graf in den letzten Monaten zur Seite stand. „Demnächst ziehe ich nach Untermberg, weil es meinem Vater wieder besser geht“, erzählt sie.

Hospizausbildung absolviert

Das gibt Katrin Graf auch die Energie, ihrer Berufung als Sterbebegleiterin im Raum Bietigheim nachzugehen. Eine entsprechende Hospiz­ausbildung bringt sie mit. „Hier will ich das weitermachen, was ich auf der Schwäbischen Alb begonnen habe: Musikalische Begleitung auf Beerdigungen, individuelle Sterbebegleitung und Vorträge zum Thema Sterben. „Ich befasse mich schon lange mit dem Tod an sich, mit dem Sterben und mit dem, was danach geschieht“, erklärt sie.

Katrin Graf hat die wirkungsvolle Kraft von Ritualen entdeckt. „Bei uns gibt es nur noch Spuren von Totenritualen im Katholizismus. Dort werden im Gottesdienst noch Messen für die Toten gelesen und Totenwache gehalten“, weiß sie. Beeindruckend findet Katrin Graf aber auch den Umgang der Tibeter mit dem Tod. „Dort werden 49 Tage lang spezielle Texte gelesen“, erläutert sie. Auch in ihren Vorträgen geht es immer wieder um diese Rituale, zu der natürlich auch die Musik zählt, die sie als meditatives und tröstendes Element in der schweirigen Zeit verwendet.

Katrin Graf spielt Querflöte. Die silberne Flöte mit ihrem lyrisch weichen Klang eignet sich  problemlos für den Einsatz bei Beerdigungen. Ein Saxophon aus Holz kommt dazu, und außerdem hat Katrin Graf eine schöne Sopranstimme.

Begonnen hat sie ihre Tätigkeit in Bietigheim-Bissingen im Seminarhaus Wundervoll, wo sie in diesem Sommer über den Sterbeprozess als solchen gesprochen hat. „In meiner Beschäftigung mit dem Jenseitigen kam ich zu der Erkenntnis und zur tiefsten Überzeugung, dass wir alle ewig leben. Nun ist es mein Anliegen, dass wir schon in diesem Leben uns dieser ewigen Existenz sicher sein dürfen und mit entsprechendem geistigen Wachsen uns darauf einstellen können“, macht sie deutlich.

Schwere Schicksalsschläge

Katrin Graf ist 51 Jahre alt und war ursprünglich Kachelofenbauerin. Als ihr Mann bei einem Autounfall in Chile, wo sie im Entwicklungsdienst tätig war, ums Leben kam, saß sie neben ihm. Nur ein Jahr später verstarb ihre Mutter, kurz darauf ihr Bruder. Das hat dazu geführt, dass Katrin Graf anfing, sich mit dem Sterbeprozess an sich zu befassen. „Ich erlebe oft so viel Hilflosigkeit, dass ich mir zur Aufgabe gemacht habe, anderen Menschen in diesen schwersten Stunden beizustehen“, sagt sie und will ihre Erfahrung weitergeben.

Der christliche Glaube hilft ihr bei ihrer selbst gewählten Aufgabe und manchmal auch das Totenbuch der Tibeter. Wachsen oder zerbrechen, das ist die Grundsituation, die viele Trauernde erleben und dabei will Katrin Graf die Menschen einfach nicht alleine lassen, so dass sich Verbitterung nicht unkontrolliert ausbreiten kann.

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