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Bauen auf traditionsreichem Boden

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  • Das ehemalige Areal der Gemmrigheimer Papierfabrik ist heute mit einem Rewe-Markt  und Wohnhäusern bebaut. Foto: Martin Kalb 1/2
    Das ehemalige Areal der Gemmrigheimer Papierfabrik ist heute mit einem Rewe-Markt  und Wohnhäusern bebaut. Foto: Martin Kalb Foto: 
  • Gemmrigheim: Die Papierfabrik am Neckar im Jahr 2008. Foto: Helmut Pangerl 2/2
    Gemmrigheim: Die Papierfabrik am Neckar im Jahr 2008. Foto: Helmut Pangerl Foto: 
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Der Fabrikant Albert Bezner kaufte im Jahr 1865 die alte Neckarmühle in Gemmrigheim, seit 1881 wurde dort am Neckar Papier gemahlen. Der größte Arbeitgeber im Ort geriet in den folgenden Jahrzehnten nicht nur einmal in Schwierigkeiten. Während der Weltwirtschaftskrise in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts fiel die Papierfabrik in eine tiefe Krise und wurde von der Schweizer Papierfabrik Cham AG nach einem Vergleichsverfahren übernommen.

Das Unternehmen spezialisierte sich im neuen Jahrtausend: Bis zu 350 Tonnen Altpapier fraßen die beiden Papiermühlen täglich, und es verließen jährlich rund 80 000 Tonnen Papier die Fabrik. Nach Turbulenzen im Jahr 2006 – als die Papierfabrik von der Steinbeis-Temming-Gruppe ausgegliedert worden war – kam im Jahr 2008 das Aus für die zuletzt noch 160 Beschäftigten. Zum Vergleich: Noch in den 1990er-Jahren arbeiteten rund 600 Menschen in der Papierfabrik.

Im Jahr 2013 wurde schließlich mit dem Abriss der Gebäude begonnen. Entstanden ist daraus ein großes Baugebiet mit mehr als sechs Hektar Fläche für Wohnungen und Mischgebiete. Angesiedelt haben sich bereits ein Supermarkt und eine Drogerie, im Norden des Geländes sollen weitere Wohneinheiten und Platz für kleine Gewerbebetriebe entstehen.

Der Gemeinde brach damit nicht nur ein großer Arbeitgeber weg, sondern auch der zweitgrößte Gewerbesteuerzahler, blickt Bürgermeisterin Monika Chef zurück. Sie ist seit 22 Jahren im Amt und hat die Turbulenzen hautnah miterlebt, bis hin zum möglichen Kauf des Geländes durch die Gemeinde. Heute gehört es einer Verwaltungsgesellschaft, die die restlichen Grundstücke an Bauherren und Investoren verkauft.

Und das bedeutet für Gemmrigheim Wachstum. 137 Wohneinheiten, direkt am Neckar gelegen, versprechen einen Bevölkerungszuwachs von rund 300 Einwohnern für Gemmrigheim. Momentan sei rund ein Drittel der Bauplätze überbaut, schätzt die Rathauschefin, und viele stehen noch aus. Was die Bürgermeisterin freut: Ein Drittel der Käufer kommt aus Gemmrigheim selbst, ein weiteres Drittel aus der unmittelbaren Umgebung. Sie bekommt die Anfragen der Interessenten regelmäßig auf den Tisch, wenn es um die Baugesuche geht, bei denen auch Ansprüche der Kommune berücksichtigt werden müssen.

Das Gelände werde in mehreren Bauabschnitten erschlossen, führt Chef aus. Und der Gemeinderat habe bei Bauhöhen auch Grenzen gesetzt. Sonst habe man versucht „den Bebauungsplan so einfach wie möglich zu gestalten“. Die Erschließung sei trotz der bestehenden Fabrik wie eine Neuerschließung verlaufen.

Das Gelände war teils bebaut, bis die alten Gebäude abgerissen wurden. Nach dem Bebauungsplan wurden bei den bisherigen Erschließungen Wasser-, Abwasser-, Stromleitungen und auch Glasfaser verlegt, bevor Straßen und Gehwege angelegt wurden. Chef wünscht sich, das es beim momentanen Immobilienboom so weitergeht mit dem Verkauf und der Besiedelung. Nahwärme sei hier realisiert worden und es gebe eine optimale Infrastruktur mit Ärztehaus, Supermarkt, Bäcker, Metzger und Schule in direkter Nähe.

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Ludwigsburg

Besigheim

Einwohner: 12018 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74354
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 202 m ü. NHN
Bürgermeister Steffen Bühler

www.besigheim.de/

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