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Zwei Stunden beste Unterhaltung

Höhepunkt des Winzerfest-Sonntags war der traditionelle Umzug durch die Stadt. Er stand unter dem Motto "Hochgelobt ist Weines Glanz, in Europas Sternenkranz".

ROLAND WILLEKE |

Das Besigheimer Winzerfest dürfte das einzige Weinfest sein, bei dem während des Umzuges echter Champagner an die Zuschauer ausgeschenkt wird - und das gratis. Die Gäste aus Ay, der Besigheimer Partnerstadt, hatten 70 Flaschen mitgebracht, die sämtlich ihre Bestimmung in den Kehlen der durstigen Zuschauer fanden, die die Umzugsstrecke säumten.

Klaus Schrempf, Erster Beigeordneter der Stadt Besigheim und Motor des Winzerfests, zählte kurz vor dem Start des Umzugs noch mal durch und kam auf rund 30 000 Zuschauer, die an der Strecke standen. In Besigheim scheint man sich an diese Zahlen zu gewöhnen. Schrempf schätzte, dass am Eröffnungsabend am Freitag 35 000 Besucher in der Stadt waren, und für Samstag zögert er nicht, die Zahl der Besigheim-Besucher auf 50 000 zu taxieren. Damit sind hohe Erwartungen an die Qualität verbunden, denen die rund 70 Gruppen, die mit dem Umzug den Zuschauern zwei Stunden beste Unterhaltung boten, in jeder Hinsicht gerecht wurden. Etwa 1700 Mitwirkende hatten die teilnehmenden Organisationen aufgeboten, um die zahlreichen Festwagen und Fußgruppen zu besetzen.

Den Prominenten aus Weinwirtschaft, Bundes- und Landespolitik, die in sechs Kutschen den Umzug anführten, folgten 42 Festwagen und 25 Laufgruppen. Und bei fast allen gab es etwas zu trinken.

Das Winzerfest und besonders der Umzug fordern nicht nur die teilnehmenden Vereine, auch die Stadtverwaltung ist engagiert. Laut Klaus Schrempf sind 60 bis 70 Mitarbeiter mit dem Winzerfest beschäftigt. Am Sonntag war besonders der Bauhof gefragt.

In sechs Themenblöcken - "Die Weinstadt Besigheim grüßt alle Gäste", "Partner auf verschiedene Weise, in Europas Sternenkreise", "Zum Winzerfest in Besigheim gibt sich der Wein ein Stelldichein", "Trachten und Uniformen", "Handwerk -alles rund um das Holz" und "Buntes aus Besigheim" - warben die Umzugsgruppen für sich oder für den Wein oder nahmen historische Themen auf. So wie die Veteranenfreunde aus Ottmarsheim, die sich mit zehn Wagen dem Thema Holz widmeten - von der Arbeit im Wald bis zur Endnutzung, wenn aus dem geschlagenen und gesägten Holz je nach Lebenssituation eine Wiege oder ein Sarg entsteht. Mit ihren sorgfältig restaurierten Traktor-Oldtimern, die die Festwagen zogen, lieferten sie, wenigstens für den männlichen Teil der Zuschauer, einen der Höhepunkte des Umzugs.

Beeindruckend war auch die Kalebstraube, die von der Winzergruppe der Felsengartenkellerei Besigheim durch die Stadt getragen wurde. Respektable 200 Kilogramm wog das Trumm, das die Winzer über die Umzugsstrecke schleppten. Ein farbenfrohes Bild boten die zahlreichen Trachten-, Musik- und Fahnenschwingergruppen wie der "Große Siedershof" aus Schwäbisch Hall. Auch die Squaredance-Gruppe der Bietigheimer Enz-Twirlers vermochte zu gefallen.

Zu dem im ersten Moment etwas ungelenk wirkenden Motto "Hochgelobt ist Weines Glanz, in Europas Sternenkranz" bemerkte Klaus Schrempf, nicht das Flüchtlingsproblem, sondern die Griechenlandkrise habe ihn im Januar bewogen, dieses Thema als Umzugsmotto auszuwählen. Aber egal, ob Griechenland oder Flüchtlinge, Europa in den Mittelpunkt zu rücken, sei allemal verdienstvoll und nötig.

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