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2016 nur ein Grundstück verkauft

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Der Zweckverband auf der Ottmarsheimer Höhe wird in der Verlängerung der Rudolf-Diesel-Straße erweitert. Am Montagabend hat die Verbandsversammlung die Erschließung beauftragt.  Foto: 

Wer Stefan Maier, den Geschäftsführer des Zweckverbands Gemeinsames Industriegebiet in Ottmarsheim, in den vergangenen Jahr auf die Verfügbarkeit von Grundstücken auf der Ottmarsheimer Höhe ansprach, der bekam immer die gleiche Antwort: „Es ist nichts mehr frei.“ Die Plätze für die Ansiedlung von Unternehmen sind heiß begehrt, aber rar. Werden durch eine Erweiterung neue Grundstücke für Industrie und Gewerbe ausgewiesen, sind sie sofort verkauft.

Umso überraschender ist es, dass der Haushalt des Zweckverbandes für das vergangenen Jahr mit einem dicken Minus von knapp 210 000 Euro abschließt. Maier musste sogar die Festgeldkonten des Zweckverbands auflösen, um die Lücken im Haushalt halbwegs ausgleichen zu können. Der Grund: Es lief schlecht mit Grundstücksverkäufen. Statt der erhofften 800 000 Euro kamen nur 47 500 Euro in die Kasse. Das hat zur Folge, dass auch sechsstellige Beträge für die Erschließung des Gewerbegebiets und für dessen Entwässerung beim Zweckverband fehlen.

Kein Grund zur Unruhe

Das alles ist jedoch kein Grund zur Unruhe und vor allem liegt es nicht an der mangelnden Attraktivität des Standorts, wie der Geschäftsführer an diesem Montagabend bei der Sitzung der Verbandsversammlung in Ottmarsheim ausführte: Der Grund ist schlicht und einfach, dass bürokratische Hindernisse den Verkauf der Grundstücke verzögerten. Im konkreten Fall ging es um die rechtliche Neuordnung von Baulasten, die auf den Grundstücken liegen, weil dort die Stromnetze mehrerer Anbieter verlaufen. Das erklärte der Zweckverbands-Geschäftsführer, der im Hauptberuf Leiter des Tiefbauamtes in Besigheim ist, auf Nachfrage der BZ.

Die Verkäufe der Grundstücke seien einfach in das laufende Jahr verschoben worden, erklärte Maier weiter. 2017 sind seiner Auskunft nach deshalb bereits mehr als eine Million Euro auf dem Konto des Zweckverbands eingegangen. Für 2017 kündigte der Zweckverbands-Geschäftsführer als Folge einen großen Überschuss an.

2017 ein dickes Plus

Die insgesamt drei Hochspannungsleitungen hatten auch bereits in der Vergangenheit die Aufstellung von Bebauungsplänen erschwert. Im vergangenen Jahr ist der Bebauungsplan für den siebten Bauabschnitt verabschiedet worden. Und auch 2015 hatte die gleiche Problematik dazu geführt, dass der Zweckverband mehr als 300 000 Euro vom Konto abheben musste. 2016 wurden 400 000 Euro aus der allgemeinen Rücklage entnommen, die finanziellen Reserven des Zweckverbandes belaufen sich jetzt auf lediglich etwas mehr als 18 000 Euro. Das Geld vom Sparkonto diente allerdings auch dazu, weitere Grundstücke im Wert von 350 000 Euro für den Zweckverband einzukaufen.

In der Sitzung am Montag beschlossen die Mitglieder der Verbandsversammlung, die Erweiterung um den siebten Bauabschnitt weiter voranzutreiben und beauftragten das Bietigheimer Planungsbüro Rauschmaier, das auch bereits den Bebauungsplan erarbeitet hatte, mit der Erschließung. Konkret geht es um die Verlängerung der Rudolf-Diesel-Straße. Unternehmen, die sich jetzt Hoffnung machen, eventuell doch einen Platz in dem neuen Bauabschnitt zu ergattern, muss Maier allerdings enttäuschen. Erstens handelt es sich nur um wenige Bauplätze auf einem 1,5 Hektar großen Gebiet, und zweitens sind sie längst anderen Interessenten, die ihren Sitz in den Verbandsgemeinden haben, zugesagt worden. „Es ist nichts mehr verfügbar“, sagte Maier.

Der Industrie-Zweckverband auf der Ottmarsheimer Höhe wurde am 27. September 1973 gegründet, er ist der erste Zweckverband seiner Art im Landkreis. Ihm gehören die Städte und Gemeinden Besigheim, Mundelsheim, Gemmrigheim, Hessigheim, Neckarwestheim und Walheim an. Zweck war es damals, den Kommunen, die im engen Neckartal keinen Platz für Gewerbegebiete hatten, die Möglichkeit zur Ansiedlung von Industrie- und Gewerbegebieten zu verschaffen. Markungsmeinden sind die Stadt Besigheim mit ihrem Stadtteil Ottmarsheim und Mundelsheim.

In den mehr als 80 Betrieben, die auf der Ottmarsheimer Höhe angesiedelt sind, haben knapp 2600 Menschen eine Beschäftigung gefunden. Das nach und nach erweiterte Baugebiet ist etwa 54 Hektar groß. Durch den siebten Bauabschnitt sind noch einmal vier Hektar hinzugekommen. sol

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