Zu Füßen der ehrwürdigen Pharaonen

Lauda.  Die weltweit einzigartige Verbindung von Sport und 4000 Jahre alter Hochkultur lockten Angelika und Armin Hofmann vom ETSV Lauda zum Marathon nach Luxor im Mittelniltal Ägyptens.

Der Marathon in Luxor, diese nun zum 19. Mal durchgeführte internationale Laufveranstaltung, eine der wenigen in ganz Nordafrika, hatte, wie der gesamte Tourismus auch, massiv unter der Verunsicherung in Folge der ägyptischen Revolution vor einem Jahr zu leiden. Die Teilnehmerzahl ging drastisch zurück, auch weil die Reiseveranstalter dieses Event aus ihrem Programm herausnahmen.

So mussten die beiden Laudaer Marathonis lokale Zug- und Busverbindungen nehmen, um von Hurghada am Roten Meer quer über die arabische Wüste nach Luxor zu gelangen. Auch Nilschiffe waren keine Alternative, denn diese lagen vor Anker oder im Stau vor bestreikten Schleusen.

In der Angst einer kompletten Absage dieses Wettkampfs waren die beiden daher hocherfreut, dass man im Maritim-Hotel in Luxor eine Startnummernausgabe eingerichtet hatte und dort Laufbegeisterte aus vielen Ländern traf, die sich nicht abschrecken ließen. Hierunter waren einige deutsche "Marathonsammler", ägyptische Spitzenläufer und, deutlich in der Minderheit, Frauen unter anderen aus China, aus dem Libanon und sowie eine sich in Ägypten niedergelassene deutsche Lehrerin.

Am nächsten Morgen, dem Freitag. 27. Januar, traf man sich dann zum Start vor dem von der aufgehenden Sonne in rotes Licht getauchten Tempel der Pharaonin Hatschepsut. Um 7 Uhr ertönte der Startschuss. Gelaufen wurden vier Runden über eine Straßenschleife mit geringen Steigungen, die die bedeutendsten Denkmale des Weltkulturerbes Theben-West verband. So passierte man unterhalb des Gräberbergs am Eingang des Tals der Könige, das Ramesseum und den weitläufigen "Tempel der Millionen Jahre", von Ramses III. Von weitem sichtbar schauten die 18 Meter hohen Kolossalstatuen von Amenophis III. und seiner Gemahlin ungerührt auf die Läufer herab. Weiter gings zum Tempel Sethos I. vorbei an Ziegenherden, Eselskarren mit Zuckerrohr, durch Dörfer in denen Kinder mit lauten Rufen "Whats your name", where are you from" die Läufer abklatschten und begeistert versuchten, eine Weile mitzuhalten.

Am ausdauerndsten war der zehnjährige Achmed. Er begleitete Armin über acht Kilometer in ausgetretenen, zerrissenen Badelatschen und Lederjacke, in der Hoffnung auf einen Zieleinlauf. Als er begriff, dass noch 20 Kilometer zu laufen sind, gab er auf.

Angelika setzte neben den kulturellen Höhepunkt auch einen sportlichen: Mit einer hervorragenden Zeit von 3:17:06 Stunden erreichte sie einen ungefährdetem Sieg bei den Frauen und durfte den Pokal entgegennehmen. Eine Stunde später kam ihr Ehemann ins Ziel und wurde mit 4:17:00 Stunden noch Erster in seiner Altersklasse M55. Beide waren mit ihren Zeiten zufrieden und begeistert von der einzigartigen Atmosphäre.

Als gelungener Abschluss dieser Veranstaltung gab es am Abend im "Beduinenzelt" des Hotels ein Gala-Dinner mit Siegerehrung, tollem arabischen Büffet, ägyptischer Folklore und Bauchtanz. Am Tag darauf wurden die kulturellen Eindrücke durch Besuch der Tempel und Königsgräber weiter vertieft.


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Autor: ARHO | 07.02.2012

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