Nach Startschwierigkeiten 1:0-Sieg gegen Belgien

Brüssel.  Es war ein Start in die EM-Qualifikation mit leichtem Stottern, aber Miroslav Klose sorgte mit seinem Tor dafür, dass die Laufruhe zurückkam in die deutsche Mannschaft. Sie setzte sich in Belgien mit 1:0 durchetzte.

Hansi Flick hatte wohl von allen aus dem Tross der deutschen Fußball-Nationalmannschaft den besten psychologischen Zugang zum ersten Qualifikationsspiel zur Euro 2012 und zu all dem, was auf den Weltmeisterschaftsdritten zukommen würde. Der Assistent von Bundestrainer Joachim Löw sagte einen Tage vor der Partie gegen Belgien, das Team müsse sich in die Begegnung und in die zehn Partien der EM-Ausscheidung regelrecht "reinqälen".

Wie Recht doch Hansi Flick hatte. Der Auftakt zum Spielemarathon, der letztendlich zur Europameisterschaft 2012 nach Polen und in die Ukraine führen soll, geriet zunächst zu einer 45minütigen Quälerei, anschließend aber zu einer soliden Vorstellung. Das deutsche Team gewann die Partie gegen den Nachbarn mit 1:0 (0:0). Miroslav Klose erzielte in seinem 102. Länderspiel sein 53. Tor für Deutschland. Thomas Müller hatte seinem Teamkollegen mit einem tollen Pass in die Gasse aufgelegt (51.).

Nach der Partie im Oktober in Berlin gegen die Türkei, dem wohl härtesten Konkurrent um den ersten Platz in der Gruppe, der allein die direkte Qualifikation bringt, werden die Kräfteverhältnisse in der Gruppe klarer sein.

Löw schenkte 55 Tage nach dem WM-Sieg gegen Uruguay und dem dritten Platz zunächst elf Südafrika-Fahrern erneut das Vertrauen. In der Innenverteidigung bot der Bundestrainer etwas überraschend den Münchner Holger Badstuber neben Per Mertesacker auf (siehe Extra-Bericht). Der Hamburger Heiko Westermann, der in der zweiten Halbzeit aufs Feld kam, hatte sich Hoffnungen gemacht, von Beginn an dabei zu sein. In der Viererabwehrkette spielten zudem Kapitän Philipp Lahm (rechts) und der Hamburger Marcell Jansen auf der linken Seite. Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger agierten im defensiven Mittelfeld, Özil spielte hinter der einzigen Spitze Miroslav Klose. Auf den Außenbahnen zogen Lukas Podolski und WM-Torschützenkönig Thomas Müller ihre Bahnen.

In den ersten Minuten lief bei der Auswahl des deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht viel zusammen. Die agilen Belgier hatten zwar weniger Ballbesitz, verbreiteten aber vor allem durch die schnellen Romelu Lukaku und Eden Hazard Angst und Schrecken im deutschen Strafraum. Löws Auserwählte machten einen lethargischen Eindruck, kamen in entscheidenden Situation einfach zu spät und eröffneten so dem Gegner Freiräume zu Kontern.

In der sechsten Minute hatten die Gäste viel Dusel, als Marouane Fellaini bei einer Volleyabnahme den Ball nicht richtig traf und er damit am Tor vorbei ging. Manuel Neuer streckte sich umsonst, drei Minuten später musste der Keeper bei einem Distanzschuss von Lukaku erstmals richtig zupacken.

Mitte der ersten Halbzeit schien die Mannschaft Flicks Wort vom "Reinquälen" besser verinnerlicht zu haben. Die Aktionen nach vorne wurden besser, weil ein Fünkchen Lauffreude zurückkam. Mesut Özil vergab zweimal aus guter Position die Chance zur Führung. Der zu Real Madrid gewechselte Spielmacher zielte in der 16. Minute mit einem Flachschuss knapp am Tor vorbei. Wenig später setzte der WM-Torschützenkönig Thomas Müller den ehemaliger Bremer mit einem Hackentrick glänzend in Szene, aber Özil vergab.

Nach der Pause setzt sich der Trend der ersten Halbzeit fort und schlug sich schnell in dem Klose-Treffer nieder. Minütlich kam eine gewisse Souveränität in die deutsche Mannschaft zurück, spielerisch jedoch ist das Team noch längst nicht wieder in WM-Form.


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Autor: THOMAS GOTTHARDT | 04.09.2010

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