Ein Dörzbacher in Hoffenheim

Kevin Conrad nimmt zweiten Anlauf in Liga eins

Dörzbach/Hoffenheim.  Zum zweiten Mal steht der gebürtige Dörzbacher Kevin Conrad vor dem Sprung in die Hoffenheimer Bundesliga-Mannschaft. Der 21-jährige Student hofft, dass ihn nicht wieder eine Verletzung stoppt.

Der Weg nach oben führt manchmal einfach von einer Umkleidekabine in die nächste. Oben, so nennt Kevin Conrad die Bundesliga-Mannschaft von 1899 Hoffenheim. Oben, weil die Profis der TSG eben ein paar Ligen höher spielen als die U 23, für die Conrad in der Regionalliga antrat.

Doch seit Kurzem ist der 21-Jährige im 1899-Trainingszentrum in Zuzenhausen in die Umkleide der Profis umgezogen. Er ist auf dem Weg nach oben. Zum zweiten Mal. Vor drei Jahren trainierte Kevin Conrad schon einmal mit den Profis der TSG und saß regelmäßig in der Bundesliga auf der Bank. Dann verletzte sich der Innenverteidiger. Seitdem arbeitet er für eine zweite Chance. Jetzt ist es so weit.

Am Wochenende war Kevin Conrad wieder oben. Beim Auswärtsspiel in Dortmund stand er zum ersten Mal seit der Saison 09/10 in einer Bundesligapartie im Kader der Hoffenheimer. Zu einem Einsatz reichte es nicht. In der zweiten Spielhälfte lief Conrad sich immerhin warm - direkt vor den 25 000 Fans von Borussia Dortmund auf der Südtribüne. "Das war überragend", sagt er. "Es gibt nicht viel Schöneres, als in Dortmund dabei zu sein."

Noch schöner ist es, wenn man darauf so lange gewartet hat wie Kevin Conrad. Sein erster Anlauf zur Profikarriere beginnt im Januar 2009. Der Hohenloher kickt in der Hoffenheimer A-Jugend, als er zum ersten Mal mit den Profis zu einem Hallenturnier fährt. Und er bleibt oben. Bei einem Auswärtsspiel gegen den Hamburger SV im April 2009 sitzt Kevin Conrad zum ersten Mal auf der Bank in der 1. Liga. Im Sommer 2009 unterschreibt er seinen Profivertrag in Hoffenheim, da geht er noch zur Schule. "Das halbe Jahr lief alles perfekt", sagt er heute.

Bis zum 30. Oktober 2009. In einem Heimspiel der U 23 gegen den FC Astoria Walldorf prallt Kevin Conrad mit einem Gegenspieler zusammen. Die Diagnose: Halswirbel verdreht. Es dauert bis zum April 2010, bis Conrad wieder fit ist. Er besteht noch sein Abitur, dann bereitet er sich auf die neue Regionalliga-Saison mit der U 23 vor. Doch im Training wird er von einem Mitspieler gefoult. Diesmal lautete die Diagnose: mehrere Bänder im Sprunggelenk gerissen.

Kevin Conrad kommt trotzdem fast jeden Tag ins Trainingszentrum. Er will den Anschluss an das Team nicht verlieren. "Ich hatte hier immer einen tollen Rückhalt", sagt Conrad. Seit Anfang des Jahres ist Kevin Conrad wieder oben. Er dreht seine Runden im Trainingszentrum mit den Profis. "Dass es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht", sagt der Student.


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Autor: DANIEL STAHL | 09.02.2012

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