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Spielerisch auf Augenhöhe Mainfranken Theater Ort der Inklusion

Ein Ort gelebter Inklusion war das Mainfranken Theater Würzburg an einem Theaterwochenende mit behinderten und nicht behinderten Jugendlichen.

Autor: FERÖ |
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Daniela Scheuren, Theaterpädagogin und Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters am Mainfranken Theater Würzburg, und Janine Schellein, Diplom- und Theaterpädagogin der Lebenshilfe Würzburg, leiteten gemeinsam den Theaterkurs zum Thema "Heimweh und Fernweh" im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Freizeitbereich der Offenen Hilfen der Lebenshilfe Würzburg e.V. und dem Jugendclub des Mainfranken Theaters.

Es sind diese kleinen Schritte auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft, die Ausgrenzungen vermeidet und die Verschiedenheit der Menschen als bereichernde Vielfalt sieht.

Spielerische Begegnung auf Augenhöhe war das Ziel des Kurses, der mit theatralen Kennenlern- und Vertrauensübungen begann, um sich spielerisch näherzukommen. Jeder entwickelte unterschiedliche Begrüßungsvariationen für die Mitspieler, die sich dann in Ball-, Kreis- und Raumlauf-Spielen oder Körpertheater-Übungen austauschten. Von Reisen mitgebrachte Requisiten wurden vorgestellt und im Laufe des Wochenendes "Spielpartner" oder Requisit. Den Zugang zu den Emotionen "Heimweh" und "Fernweh" erleichterte das Bauen von lebenden Skulpturen, womit der erste Kurstag endete.

Der zweite Tag stand ganz unter dem Motto "Heimweh". Jeder Spieler fand im Raum einen Ort, an dem er sich einrichtete und später eine autobiografische Geschichte zum Thema erzählte. Allen wurde dabei bewusst, dass sowohl Heimweh als auch Fernweh dann entsteht, wenn man sich in seiner aktuellen Situation oder an dem Aufenthaltsort nicht wohlfühlt. Spontan wurde dann ein großes gemeinsames Bild zu diesen Geschichten gemalt.

Am dritten Tag ging es in einer geleiteten Improvisation auf eine einsame Insel oder einen Planeten. Als alle zurückgekehrt waren, gab es Grund zur Freude, denn "zu Hause ist es doch am schönsten", war der allgemeine Tenor.

Das Schlussgespräch offenbarte, wie begeistert die Jugendlichen von dem gemeinsamen Wochenende waren, an dem viel Nähe entstand und deutlich wurde, dass die Kreativität ein allgemein menschliches Potenzial ist. Ein Schatz, den es bei Menschen mit geistiger Behinderung viel öfter noch zu heben gilt.

Für Daniela Scheuren und Janine Schellein war es ein rundum gelungenes Theaterwochenende: "Auch die nicht behinderten Jugendlichen drückten aus, dass sie sich lange nicht mehr so frei von Leistungsdruck gefühlt hatten."

Grundlegend für das Theaterprojekt ist der Gedanke der Inklusion, die von einer Gesellschaft ausgeht, in der alle Menschen, egal ob mit oder ohne Behinderung, an allen Lebensbereichen teilhaben können. Die Freizeitbeschäftigung "Theater spielen" soll in einem allgemein zugänglichen Angebot ermöglicht werden. Gerade im Bereich der Kunst besteht die Chance einer gleichberechtigten Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderung.

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