Gezielte Lernförderung mit Schatzsuche
Röttingen. An einem besonderen Lerntraining nahmen Grundschulkinder in Röttingen teil. Die Erstklässler begaben sich auf die Suche nach dem Diamanten der Weisheit, lernten dabei und trugen zu einer Abschlussarbeit bei.
"Wo ist der blaue Diamant der Weisheit zu finden?" Bekanntlich führen viele Wege nach Rom. Einen ganz neuen probierte Julia Voglgsang mit den Kindern der Klasse 1a von Birgit Daxhammer in der Röttinger Grundschule aus. Die 27-jährige Lehramtsstudentin wollte im Rahmen ihrer Abschlussarbeit ein Training kognitiver Fertigkeiten - Schulung geistiger Denkfähigkeiten - mit Kindern der ersten Grundschulklasse durchführen.
Das dabei angewandte Training basiert auf einer von der Universität Würzburg grundlegend überarbeiteten Fassung des Denktrainings nach Klauser (1993), welches auf ein Computerprogramm übertragen wurde. Es beinhaltet, Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge zu erkennen. Ziele des Trainings war es, die Intelligenzleistung zu verbessern und zu untersuchen, wie das Projekt in den schulischen Unterricht integriert werden kann. Das schlussfolgernde Denken zu schulen, indem Kinder Gemeinsamkeiten, Vergleiche oder Unterschiede zwischen Objekten erkennen lernen, war ein weiteres Anliegen.
Kinder sollen das Gelernte anschließend systematischer anwenden. Dies hilft nach Meinung von Voglgsang Kindern in allen schulischen Bereichen und vor allem auch langfristig. Ingesamt bestand das Verfahren aus 120 Aufgaben, über die zusammen 20 Erstklässler der Röttinger Grundschule in Kleingruppen von zwei bis drei Kindern grübelten. Um zu überprüfen, ob die Trainingsmaßnahme erfolgreich war, wurden vor und nach dem Training mit den Kindern einige ausgewählte Aufgaben aus Intelligenztests gemacht und die Ergebnisse mit einer nicht teilnehmenden 25-köpfigen Kontrollgruppe verglichen. Die Würzburgerin fertigt ihre Zulassungsarbeit im Rahmen ihres Lehramtsstudiengangs bei Dr. Wolfgang Lenhard, Lehrstuhl Psychologie IV, der Universität Würzburg.
Eines der wichtigsten Ergebnisse für den Uni-Dozenten war nach zehn Wochen - mit jeweils zwei Treffen pro Woche - die Feststellung, dass durch das Training kognitiver Fertigkeiten alle Kinder profitiert haben. Bei den Kindern hat sich der IQ um zwölf Punkte verbessert und lag bei keinem unter 90.
Vor allem Kinder in der unteren Leistungshälfte profitierten am meisten von der Maßnahme. "Bei Leistungsstarken war die Deutlichkeit nicht ganz so zu spüren, man kann dies nicht ins Unendliche puschen", meinte Lenhard. Gerade zu Beginn ihrer Schulzeit bringe das Training von kognitiven Fähigkeiten deutliche Verbesserungen bei Kindern.
Die Schule ist und bleibt dabei das wichtigste Instrument, um Intelligenz zu fördern. Auf der Schatzkarte am Ziel angekommen stellten sich die Kinder die Frage: Wo ist aber nun der blaue Diamant? Ergebnis: In einer Höhle. Die Kinder hatten aber die Erkenntnis, dass er zu schwer war, um ihn mitzunehmen erkannten aber, dass der Weg das Ziel war.
Ein fünfköpfiges Team des Bayerischen Rundfunks aus Nürnberg war angereist, um alles festzuhalten. Der Kamera-, Strahler- und Mikroauf- und -abbau war für die Kinder natürlich mindestens genauso interessant, wie das Trainingsprojekt selbst. Nicht nur die zwanzig Schülerinnen und Schüler der Grundschule Röttingen bekamen abschließend für ihr sehr großes Engagement bei der Durchführung der Studie ein großes Lob sowohl von Julia Voglgsang als auch Dr. Wolfgang Lenhard, sondern auch die Lehrkräfte der Grundschule mit Rektor Wolfgang Schmock und Birgit Daxhammer an der Spitze.
Jedem war die Freude ins Gesicht geschrieben und alle arbeiteten neugierig am Werk mit.
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Autor: BRUN | 03.02.2012
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Vor laufender Kamera bekommt der siebenjährige Noah von Lehramtsstudentin Julia Voglgsang seinen Fragebogen zum Denkspiel kognitiver Fertigkeiten, bei dem die Erstklässler der Grundschule Röttingen Pate standen. Foto: Markhard Brunecker
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