Treffen der internationalen Musikfamilie

Weikersheim richtet Weltkongress für junge Musiker aus

Weikersheim.  Auf ein Großereignis richtet sich die Jeunesses Musicales ein: Zum zweiten Mal ist Weikersheim Gastgeber des Weltkongresses der Jeunesses Musicales International - die Stadt präsentiert sich weltoffen.

Seit Weikersheim 2005 von der Jeunesses Musicales International zum "World Meeting Center" ernannt wurde, hegt der JMD-Generalsekretär Dr. Ulrich Wüster den "heimlichen Wunsch" die jährlich stattfindende Generalversammlung der internationalen Jeunesses Musicales auszurichten. Ein Wunsch, der nun in Erfüllung geht: Nach 1996 ist Weikersheim zum zweiten Mal Gastgeber des Weltkongresses, zu dem 100 Delegierte der internationalen Gemeinschaft erwartet werden. In einem Pressegespräch stellte Wüster am Donnerstag gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Kornberger und Musikakademie-Leiterin Denise Hartmann das Programm vor.

Mit der Verzahnung zum internationalen "mu:v"-camp wird aus der Generalversammlung eine Veranstaltung "nicht nur für typische Funktionäre", sondern auch für junge Leute. Das Musik-Verbindet-Camp geht in die Versammlung über, Teilnehmer des Camp werden Teile des Programms der jährlich stattfindenden Delegierten-Versammlung der internationalen Musikfamilie bestreiten. "Wichtig ist uns, dass es nicht eine Tagungsveranstaltung in einem Hotel mit Konferenzräumen wird. Wir wollen unsere inspirierende Atmosphäre ausspielen", sagt Wüster und erinnert an die Geburtsstunde der internationalen Jeunesses.

Die war am Ende des Zweiten Weltkrieges, die Musik sollte junge Menschen unterschiedlicher Herkunft friedlich zusammenführen. Eine Idee, die 67 Jahre später immer noch jung und aktuell ist: Die Welt ist heute ein globales Dorf, der Zwist um Ressourcen gewinnt an Dramatik. Die Idee, verschiedene Kulturen friedlich zu vereinen, hat an Bedeutung nichts eingebüßt. Musik sei eine Grundverbindung, auch wenn sie je nach Kulturkreis anders sei. "Sie sind immer Musiker", sagt Wüster. Dieses gemeinsame Selbstverständnis, Projekte des Weltverbands, strategische Ausrichtung und dergleichen, das seien die Themen der "Aga" (Annual General Assembly), zu der Teilnehmer aus rund 50 Nationen erwartet werden.

Auch wenn es sich um eine in sich geschlossene Veranstaltung handelt, so soll sie nicht in der Abgeschiedenheit eines Tagungshotels stattfinden und gleichzeitig, die musikalische Jugend ansprechen.

Das mu:v-Camp, das für seine voraussichtlich 200 Teilnehmer am Freitag, 20. Juli, beginnt, wird der Versammlung unmittelbar vorangestellt. Er hoffe, dass Teilnehmer des Jugendcamps bleiben und dessen Geist in die "Aga" übertragen, so Wüster. Die Vollversammlung, die nach 1960 (Berlin), 1972 (Hamburg) und 1996 (Weikersheim) zum vierten Mal in Deutschland stattfindet, wird am Dienstag, 24. Juli, eröffnet.

Denise Hartmann, Leiterin der Musikakademie, sieht in der Eröffnung der Vollversammlung mit der gleichzeitigen Verleihung des Würth-Preises der Jeunesses Musicales Deutschland und der Würdigung des 25-jährigen Bestehens der Stiftung Würth gleich zum Auftakt einen absoluten Höhepunkt. Neben den internen, beziehungsweise geladenen Gästen vorbehaltenen Teilen des Programms gibt es vier öffentliche Veranstaltungen an "magic places" Weikersheims, so Hartmann. Die Stadthalle zählt zu den Schauplätzen, aber nicht unter der Kategorie "magischer Ort". Bürgermeister Klaus Kornberger nimmts sportlich. Ursprünglich sei es zwar das Ziel gewesen, mit einer derartigen Veranstaltung eine neue Stadthalle einzuweihen, nun soll das Großereignis quasi den Startschuss geben.

Die "Sehnsucht nach einer neuen Stadthalle ist gewachsen", so Kornberger. Das Siegermodell des Wettbewerbs solle während der ereignisreichen Juli-Tage präsentiert werden. Für den Bürgermeister ist klar: Die internationale Begegnung zeigt die tiefe Vernetzung und hohe Anerkennung der JMD und rückt immer wieder Weikersheim in den Fokus. Weikersheim werde sich als weltoffene Stadt präsentieren.

Davon profitiert letztlich auch die Region: Für die Gäste werden Quartiere bis nach Bad Mergentheim gebucht, das Rahmenprogramm führt das Publikum in die Region. "Weikersheim, das Schloss und die Jeunesses sind Begriffe in Europa", sagt Karl-Ludwig Pfeiffer-Berlin. Das Vorstandsmitglied des Freundevereins der JMD sieht eine Stärkung der gesamten Kulturlandschaft im lieblichen Taubertal.

Alleine können Musikakademie und JMD diesen Kraftakt nicht schultern: Die Vollverversammlung wird vom Bundesfamilienministerium, Stiftung Würth, Stadt und Landkreis sowie dem Verein der Freunde der JMD unterstützt. Für das mu:v-Camp leisten Bundesfamilienministerium, das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Stadt Weikersheim, Hertie Stiftung, JMD Stiftung, Freundeverein, Wittenstein AG und die neue musikzeitung einen Beitrag.


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Autor: OLIVER BAUER | 10.02.2012

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