Obduktion soll Klarheit über Todesursache bringen
Trauer um Hans-Erich Laukhuff
Weikersheim. "Es ist für uns alle schwer zu fassen. Wir haben unseren Chef verloren", das sagte Mit-Geschäftsführer Magnus Windelen zum Tod von Hans-Erich Laukhuff. Der Geschäftsführer des Orgelbaubetriebs Aug. Laukhuff GmbH & Co. KG in Weikersheim starb überraschend.
Mit Hans-Erich Laukhuff ist eine große Weikersheimer Unternehmerpersönlichkeit und Träger der Bürgerehrennadel gestorben. Die genauen Todesumstände waren gestern noch unklar. Die Polizei ermittelt, denn es handle sich "um keinen natürlichen Tod", so ein Polizeisprecher. Es liegen allerdings auch "keine Hinweise auf Fremdeinwirkung vor". Eine Obduktion soll Klarheit bringen.
Vier Jahrzehnte lang hat Hans-Erich Laukhuff den Orgelbaubetrieb zusammen mit seinem Cousin Peter Laukhuff geführt. Um die Unternehmensnachfolge zu regeln, trat im Oktober 2011 der 43-jährige Magnus Windelen als Mitglied der Geschäftsführung ins Unternehmen ein. Der Musikwissenschaftler und Orgel- und Harmoniumbauer war vorher Betriebsleiter bei einer Bonner Orgelbaufirma. Er hat bereits zahlreiche internationale Projekte umgesetzt.
Vom Hans-Erich Laukhuffs Tod habe er gestern früh erfahren, nachdem er noch am Vortag mit ihm planend zusammengesessen sei. Er sei bestürzt, so Windelen, "doch ich bin auch unendlich dankbar für das, was der Verstorbene für das Unternehmen in vierzig Jahren der Betriebsführung geleistet hat".
Um die Zukunft des Traditionsbetriebs mache er sich "momentan keine Sorgen". Die Belegschaft wurde gestern vom Tod des Firmenchefs unterrichtet. Der Betrieb laufe trotz großer Betroffenheit in gewohnten Bahnen weiter. "Es wird allerdings sehr schwer sein, diesen großen Verlust auszugleichen."
Die Aug. Laukhuff GmbH & Co. KG in Weikersheim gilt mit ihrer fast 200-jährigen Erfolgsgeschichte als traditionsbewusstes Familienunternehmen, international führend im Orgelbau und Orgelbauteilemarkt, und hat sich zum modernen mittelständischen Unternehmen entwickelt. Neben dem Standardproduktportfolio werden auch Sonderwünsche und Speziallösungen bei Neubau oder Restauration realisiert.
Firmengründer Martin Andreas Laukhuff eröffnete 1823 seine eigene Werkstatt. Seine drei Söhne führten das Geschäft weiter, wobei August die Spezialisierung auf Orgelteile, Andreas die kaufmännische und Adolf die künstlerische Seite zuzuordnen ist. Schon im 19. Jahrhundert gelang es, internationale Geschäftsverbindungen anzuknüpfen. Otto und Wilhelm Laukhuff, Söhne vom Kommerzienrat Andreas, hatten den Wiederaufbau der 1945 zerstörten Firma zu bewältigen; Hans-Erich und Peter Laukhuff führten dann den Betrieb. Zum Unternehmen gehören die Sparten Orgelbau, Klaviaturen, Industries und Metallguss (Röttinger Gießerei).
Hans-Erich Laukhuff war ein Motor der Weikersheimer Kinoorgel-Konzerte. Namhaften Musiker spielten auf seiner liebevoll restaurierten "Möhler-Orgel". Anlässlich des 60. Geburtstags von Hans-Erich Laukhuff überreichte Bürgermeister Klaus Kornberger 2004 die Bürgerehrennadel der Stadt Weikersheim an den verdienten Jubilar.
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: MICHAEL WEBER-SCHWARZ | 08.02.2012
| Artikel twittern |
|
|
Große Unternehmerpersönlichkeit: Weikersheim trauert um Hans-Erich Laukhuff. Fotos: TZ-Archiv
MEISTGELESENE ARTIKEL
Zwischen Bachtal-Schönheit und Miss Deutschland
Sie ist Miss Bayern. Jetzt tritt sie auch bei der Wahl zur schönsten Frau Deutschlands an. Die Rede ist von Sarah-Lorraine Riek aus Syrgenstein. Ob sie nun die Krone ins Bachtal holt oder nicht – die 19-Jährige ist gewappnet.... mehr
Kritik nach dem Flop Motorentage: Veranstalter enttäuscht von Stadt und Polizei
Göppingen Die "Motorentage" waren ein Reinfall. Das gibt Michael Schellberg von den "Mad Mäxla" offen zu. Der Verein steht vor der Auflösung. Der Vorsitzende macht Polizeikontrollen für das Desaster mitverantwortlich.... mehrGarantierte Grundrechte gratis
Pforzheim Umsonst in der Fußgängerzone: Grünen-Abgeordneter Memet Kilic verteilte in Pforzheim Grundgesetz-Bücher in verschiedenen Sprachen.... mehr
Erste Patienten verlegt - Dermatologie zieht in Chirurgie
Ulm Der Krankenhaus-Standort Söflingen ist Geschichte: Als erste Abteilung ist die Uni-Hautklinik am Freitag mit zehn stationären Patienten in die neue Chirurgie eingezogen. Ein Testlauf für den Groß-Umzug am 15. Juni.... mehr
Bayerische FDP: Homburger ist ein "Vollpfosten"
München FDP-Vize-Parteichefin Homburger gesteht ihren Hass auf den FC Bayern, die bayerischen Parteifreunde wüten. Sie wird zum "Vollpfosten" erklärt.... mehr

ZURÜCK
