Die Greuel überlebt
Igersheim. Das Interesse am Vortrag von Dr. h.c. Max Mannheimer, einem der wenigen noch vitalen Zeitzeugen des Holocaust, wird wegen des starken Vorverkaufs in den Katholischen Gemeindesaal Igersheim verlegt.
Das Interresse am Vortrag von Max Mannheimer in Igersheim ist groß. Die Igersheimer Bürgerstiftung und die Gemeinde laden zu dem Vortrag ein. Hintergrund für die Veranstaltung am 21. März um 19 Uhr ist eine neue Bildungspartnerschaft der Möhler-Schule Igersheim. Im Vorfeld der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde zwischen der JAMS, der jüdischen Familie Roy und Adele Igersheim und der Manfred-Schaffert-Bürgerstiftung, besteht so auch für die Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich mit dem Thema Nationalsozialismus und Holocaust auseinander zu setzen. Mit dieser Auftaktveranstaltung startet die Werkrealschule in eine wertvolle Bildungspartnerschaft mit der jüdischen Familie Igersheim aus den USA: "Aufarbeitung des Holocaust - ein mehrjähriges Bildungsprojekt für die 9. Klassen der JAMS".
Im Mittelpunkt steht die Begegnung der Jugend mit Menschen wie Max Mannheimer, der die Grauen der Judenverfolgung wie durch ein Wunder überlebt hat, und dessen gesamtes - heute 90-jähriges Leben - danach von den Erlebnissen geprägt war. Er kommt als Zeuge dieser Zeit, nicht als Ankläger - das ist ihm wichtig. Trotz der furchtbaren Erlebnisse hat Max Mannheimer seinen Humor und seine Zuversicht behalten, seine Stimme hat Gewicht, sowohl als Träger des Bundesverdienstkreuzes, als auch als Sprecher der Lagergemeinschaft Dachau oder in anderer Funktion - Max Mannheimer ist ein Demokrat durch und durch - und er weiß, warum. In "Spätes Tagebuch" hat er festgehalten, was ihn geprägt hat.
Doch auch die Begegnung mit Juden wie Roy und Adele Igersheim, deren Eltern sich immer als Deutsche gefühlt hatten und denen in letzter Minute eine nicht gewollte Flucht nach Amerika geglückt ist, wird eine wichtige Erfahrung für junge Menschen sein. Roy und Adele Igersheim ziehen aus ihrer Familiengeschichte - die mit großer Wahrscheinlichkeit im 18. Jahrhundert noch in der Gemeinde Igerhseim spielte - die Motivation für ihr großes Engagement für die Igersheimer Jugendlichen. 5000 Dollar haben sie an die Manfred Schaffert Bürgerstiftung überwiesen und sich intensiv auch inhaltlich in die Vorbereitung dieser Partnerschaft eingebracht, damit mit diesem Geld künftig den Neuntklässlern der Werkrealschule ein weit über den Lehrplan hinaus gehendes Verständnis der Geschichte ermöglicht werden kann.
Nach der öffentlichen Veranstaltung am Sonntagabend stehen zwei geschlossene Schulveranstaltungen am 22. März an: Zunächst um 7.50 Uhr eine Schulveranstaltung im DOG, zu der auch die Bad Mergentheimer Realschulen eingeladen wurden (noch 60 Plätze frei), und ab 10.15 Uhr für die 8. und 9. Klassen der Werkrealschule JAMS, wobei nach Ansprachen von Bürgermeister Menikheim und Roy Igersheim der Vortrag von Mannheimer mit Diskussion folgt. In diesem Rahmen wird die Urkunde dieser Bildungspartnerschaft von den Partnern unterzeichnet. Sicher werden die Neuntklässler, die zum Abschluss der Projekttage gemeinsam mit Roy und Adele Igersheim und Max Mannheimer am 23. März ins KZ Dachau fahren werden, diese Gelegenheit für intensive Gespräche mit den Zeitzeugen nutzen.
Infos: www.igersheim.de. ikk
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12.03.2010
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Max Mannheimer kommt als Zeuge der Nazizeit - nicht als Ankläger. Er hat das Grauen der Judenverfolgung überlebt. Foto: Privat
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