"Der Bürgerentscheid wird respektiert!"

Creglingen.  In nichtöffentlicher Sitzung befasste sich am Dienstag der Gemeinderat mit einem einzigen Tagesordnungspunkt, dem weiteren Umgang mit der Gestaltung des touristischen Umfelds der Herrgottskirche.

Beim ersten Bürgerentscheid in der Geschichte Creglingens hatten die Wähler Ende September 2009 einem Abriss des Mesnerhauses zugunsten der Gestaltung des touristischen Umfelds der Herrgottskirche klar einen Riegel vorgeschoben. Damit war der heiß umkämpfte Gemeinderatsbeschluss vom Tisch - und zwar mit einer mehrjährigen Bindungsfrist.

Diesen Bürgerentscheid werde das Gremium akzeptieren und respektieren, so Bürgermeister Uwe Hehn auf Nachfrage der Redaktion. "Der Bürgerwille war deutlich ausgedrückt", so der Creglinger Rathauschef mit Blick auf das Ergebnis des Bürgerentscheids. Über 73 Prozent der insgesamt gut 3800 wahlberechtigten Creglinger hatten sich am Bürgerentscheid beteiligt, 1491 von ihnen schlossen sich dem Bürgerbegehren an.

Sie forderten den Erhalt des Mesnerhauses und erteilten einer Bebauung zwischen der Umfriedungsmauer und der Landesstraße eine Absage. Der Gemeinderat agiert auch unter dem neuen Bürgermeister pragmatisch: "Wir werden mit der Kirche Verhandlungen über einen anderen Kioskstandort aufnehmen", fasst Hehn das Ergebnis der nicht öffentlichen Gemeinderatssitzung zusammen.

Holzwarths Nachfolger signalisiert umfassende Gesprächsbereitschaft: Staatssekretär Drautz, der mit seiner Initiative für eine umfassende Sanierung des zentralen Creglinger Tourismus-Anziehungspunktes die Debatten ausgelöst hatte, steht dabei ebenso auf Hehns Liste der Gesprächspartner wie Pfarrer Thomas Burk, Dekan Reinhard Tröster, der Kirchengemeinderat und der Oberkirchenrat.

Die Frage, die den Bürgern vor knapp einem Jahr zur Entscheidung vorgelegt wurde, war jedoch nicht nur auf ein Nein zu vorliegenden Planungen beschränkt. Die Frage lautete nicht nur: "Sind Sie für den Erhalt des Mesnerhauses", sondern führte weiter: ". . .gleichzeitig für dessen inneren Ausbau zur touristischen Nutzung. . .?" Auch hierfür steht der Bürgerwille.

Das Mesnerhaus jedoch gehört der Kirchengemeinde - und ob die einen entsprechenden Umbau schultern will und kann, darüber ist einstweilen das letzte Wort noch nicht gesprochen.


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Autor: INGE BRAUNE | 02.09.2010

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