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Der ganzheitlichen Medizin widmete sich ein Vortrag von Harald Ackermann. Der Referent stellte die "Osteopathie als Therapiemöglichkeit" vor.

Was bedeutet "Osteopathie" und welche Therapiemöglichkeiten bietet sie - diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt eines Referates im Haus Heimberg in der Reihe "Fachvorträge für die Öffentlichkeit" des Bildungszentrums für Gesundheit und Pflege der Krankenhaus und Heime Main-Tauber (KHMT) mit Harald Ackermann, Physiotherapeut und Osteopath am Kreiskrankenhaus Tauberbischofsheim.

Zwar stellt die Osteopathie hierzulande für viele Patienten eine noch weitgehend unbekannte Therapiemethode dar, begründet wurde sie jedoch vor über 130 Jahren von dem amerikanische Arzt Andrew Taylor Still. Auf Basis seiner Erkenntnisse entwickelten bis heute mehrere Generationen von Osteopathen diese Methode weiter. In Deutschland begann die eigentliche Verbreitung allerdings erst Ende der 80er Jahre.

Osteopathie stellt eine ganzheitliche manuelle Therapiemethode dar, die ergänzend zur Schulmedizin eine ganze Reihe von zusätzlichen Möglichkeiten der Krankheitstherapie bietet. Ganzheitlich bedeutet, einen Patienten immer in seiner Gesamtheit mit seinem ganzen Körper und seinem Umfeld zu betrachten, zumal die Methode nicht die Behandlung einzelner Symptome zum Ziel hat, sondern immer die Ursachen behandeln will.

Auf diese Weise können Funktionsstörungen und Blockaden, die eine Krankheit herbeiführen, begünstigen oder aufrechterhalten, gelöst und so dem Körper geholfen werden, zu gesunden. "Nicht immer liegt dort, wo es schmerzt, auch die Ursache", betonte Ackermann. So könnten zum Beispiel Schulterschmerzen aus einer Erkrankung der Leber resultieren.

Mit dem manuellen Ansatz wird der Zugang zum Patienten über die Hände auch erspürt, um eine Krankheit oder Beschwerden effektiv behandeln zu können. Bereits die Art eines begrüßenden Händedrucks verrate viel über einen Patienten. Zu Beginn einer osteopathischen Therapie erfolgt eine Inspektion durch Anschauen sowie eine Anamnese durch Befragen des Patienten und durch Beobachten seiner Körpersprache. "Die Körpersprache eines Menschen gibt oft mehr Informationen als irgendwelche Untersuchungswerte", erklärte Ackermann. Eine manuelle ganzheitliche Untersuchung zählt zu den weiteren therapeutischen Schritten.

Weitere Grundprinzipien sind die Selbstheilungskräfte des Körpers sowie die Erkenntnis, dass der gesamte menschliche Organismus eine Einheit bildet und sich Struktur in Form der Körperfigur und Funktion in Form der körperlichen Tätigkeiten gegenseitig bedingen.

Anwendungsmöglichkeiten sind unter anderem Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates, im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, im urogenitalen Bereich sowie in der Kinderheilkunde. Die Grenzen osteopathischer Medizin sind erreicht, wenn etwa akute lebensbedrohende Notfallsituationen oder schwere Pathologien wie beispielsweise Tumorerkrankungen gegeben sind. Aber auch bei intensivmedizinisch versorgten Patienten oder als Ergänzung zu einer Krebsbehandlung können osteopathische Behandlungen als begleitende Maßnahmen von hohem Wert sein. "Bluthochdruck" lautet das Thema des nächsten Vortrags am Donnerstag, 16. Juni, um 19.30 Uhr. pdw

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