Sonne in schwerer Zeit
Main-Tauber-Kreis. Grüne Bänder sollen morgen flattern: An Taschen und Autoantennen machen sie aufmerksam auf den bundesweiten Tag der Kinderhospizarbeit. Im Main-Tauber-Kreis beginnt demnächst ein neuer Kurs.
Vor einem Jahr startete der Malteser Hilfsdienst der Erzdiözese Freiburg in Wertheim gemeinsam mit dem Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst "Sonnenschein". Acht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, sorgfältig geschult, unterstützen dabei kreisweit Familien mit Kindern oder Jugendlichen, die an einer fortschreitenden und lebensverkürzenden Krankheit leiden.
Das Vorhaben ist gut angelaufen, wie Diözesanreferentin Daniela Schweitzer berichtet. Die Frauen kämen als "Patinnen" in die Familien, sie böten durch einfühlendes Engagement Entlastung und Stärkung an. Das könne eine Hilfe für den jungen Patienten sein, die Gelegenheit für ein Geschwisterkind, wieder einmal ganz zu seinem Recht zu kommen, oder eine Ruhephase für die in der Regel sehr belastete Mutter.
Die jetzt fünfköpfige Gruppe habe bei ihren Einsätzen durchweg positive Erfahrungen gemacht, betont Elsbeth Kiesel, Kinderkrankenschwester am Caritas-Krankenhaus und dort Koordinatorin von "Sonnenschein". Fünf Familien würden derzeit betreut und "Menschen strahlen wieder". Nicht alle bräuchten ständige Begleitung, doch "wenn ein gewisses Vertrauen geschaffen ist, melden sie sich, wenn es eng wird". Immer wieder ein Freiraum für Kranke oder Angehörige, das sei einfach wichtig. Beim Kinder- und Jugendhospizdienst gehe es "um eine lange Zeit der Begleitung", die auch die Zeit von Verlust und Trauer umfasse. Da müsse man dann auch helfen, dass die Menschen "eine Andockstelle an das frühere Leben finden".
Jetzt brauche man wieder neue Ehrenamtliche, die sich engagieren, so Daniela Schweitzer. Ein einjähriger Ausbildungskurs, der am 30. Juni im Mehrgenerationenhaus Lauda beginnt, soll die Gelegenheit dazu bieten. Er umfasst acht Wochenenden und dazu Praktika im Caritas-Krankenhaus. Ganz herzlich willkommen seien auch Männer. Schließlich schätzten es etwa pubertierende Jungen nicht immer so sehr, von einer Frau betreut zu werden. Voraussetzung für eine Teilnahme sei die Bereitschaft, Familien in schwerer Zeit zu begleiten. Eine gewisse Mobilität sei angesichts des weiträumigen Kreises nötig. Einführungsabende finden statt am 19. April in Tauberbischofsheim, am 26. April in Weikersheim, am 3. Mai in Lauda und am 16. Mai in Bad Mergentheim. Alle weiteren Fragen können in einem persönlichen Gespräch geklärt werden.
Der bundesweite Tag der Kinderhospizarbeit macht seit 2006 immer am 10. Februar auf die Situation lebensverkürzend erkrankter Kinder und Jugendlicher und ihrer Familien aufmerksam. "Sie sollen da spüren", so Elsbeth Kiesel, "dass viele Menschen in Gedanken bei ihnen sind." Als sichtbares Zeichen sollen viele der grünen Bänder der Hoffnung an Taschen, Fenstern oder Bäumen flattern. In Bad Mergentheim kann man das Band im Foyer des Caritas-Krankenhauses bekommen - heute ab 14 Uhr und am Freitag von 9 bis 12 Uhr.
Anfragen zum Hospiz-Kurs und wegen Hilfe kann man richten an die Malteser unter Telefon 0 93 42/8 59 31 63, E-Mail: sonnenschein@malteser.org, ans Caritas-Krankenhaus, 0 79 31/58 25 70 oder elsbeth.kiesel@ckbm.de. Spenden sind möglich an den Malteser Hilfsdienst, Stichwort "Sonnenschein-Kinderhospizdienst", Konto 572 09 15 bei der Volksbank Freiburg (BLZ 680 900 00).
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Autor: PEKA | 09.02.2012
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Elsbeth Kiesel vom Caritas-Krankenhaus (links) und Daniela Schweizer vom Malteser Hilfsdienst sind zuständig für den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst "Sonnenschein". Sie präsentieren hier die grünen Bänder der Hoffnung zum morgigen Tag der Kinderhospizarbeit. Foto: Peter Keßler
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