Die meisten sind über 50

Altersstruktur der Hausärzte macht Zukunftssorgen

Main-Tauber-Kreis.  Überfüllte Wartezimmer, im Durchschnitt immer ältere Hausärzte. Landtagsabgeordneter Dr. Wolfgang Reinhart sieht die ärztliche Versorgung gefährdet und stellte ein Kleine Anfrage ans Sozialministerium.

"Die Ärzteversorgung im Main-Tauber-Kreis muss auch in den kommenden Jahren sichergestellt sein", fordert Landtagsabgeordneter Dr. Wolfgang Reinhart. Die "aktuell wieder deutlich gewordenen zentralistischen Bestrebungen der grün-roten Landesregierung" geben laut Reinhart "großen Anlass zur Sorge, gerade im dünnbesiedelten Main-Tauber-Kreis". Selbst die AOK habe, klagt Reinhart weiter, "mit ihrer kürzlich gestellten Forderung nach einer Neuorganisation der Rettungsleitstellen nichts Gutes erahnen lassen".

Reinhart hatte sich in einer Kleinen Anfrage auch im Zusammenhang mit der aktuellen Situation in Assamstadt ans Sozialministerium gewandt. "In Assamstadt konnte bis jetzt noch keine Nachfolge für die einzige Arztpraxis vor Ort gefunden werden", moniert der Abgeordnete in seiner Stellungnahme.

Im Gegensatz zur Situation bei den niedergelassenen Ärzten im Landkreis sei beim Thema Krankenhaus "eine erfreuliche Entwicklung zu beobachten". Hier seien die Weichen für eine professionelle Versorgung optimal gestellt worden. Diese gelte es beizubehalten und auszubauen. Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) bestätigt dies in der Antwort auf die Anfrage Reinharts: "Nach der Analyse des statistischen Landesamts Baden-Württemberg für das Jahr 2010 sind im Main-Tauber-Kreis 343 Ärzte im Krankenhaus tätig". Die Arzt-Einwohnerrelation betrage 1 zu 389. Landesweit liege sie bei 1 zu 516. Hinsichtlich der Versorgung mit stationären Krankenhausleistungen stünden dem Main-Tauber-Kreis "ausreichend leistungsfähige Krankenhäuser zur Verfügung".

Das ambulante vertragsärztliche Versorgungsangebot, so betont Altpeter, liege im Kreis "bei allen Arztgruppen über dem Durchschnitt von Baden-Württemberg" und könne "sowohl hinsichtlich der Anzahl als auch der Erreichbarkeit als sehr gut bezeichnet werden". Jede einzelne Gemeinde verfüge über mindestens eine Hausarztpraxis, "was für den ländlichen Raum keineswegs selbstverständlich ist".

Einziger Wermutstropfen ist der Blick auf die Altersstruktur der niedergelassenen Ärzte. Beispielsweise sind nur zehn der Hausärzte zwischen 29 und 49 Jahre alt, das Gros (23) hat ein Alter von 50 bis 59 Jahren, sieben sind 60 Jahre alt oder bedeutend älter. "Auch im Main-Tauber-Kreis", räumt Katrin Altpeter ein, könnten insbesondere in den ländlichen Gebieten "Schwierigkeiten bestehen, geeignete Nachfolger für Praxen zu finden". In Assamstadt werde zurzeit eine Nachfolgebesetzung für die Hausarztpraxis gesucht. "Da in den Nachbargemeinden um Assamstadt jedoch über 40 Hausärzte tätig sind, ist die Versorgung der Gemeinde auch bei Wegfall des Arztsitzes sichergestellt", zeigt sich Altpeter optimistisch. Verlässliche Angaben zur Entwicklung der ärztlichen Versorgung in den kommenden Jahren könnten "derzeit nicht getroffen werden". Für die flächendeckende Versorgung von besonders großer Bedeutung, räumt die Ministerin ein, sei die ambulante hausärztliche Versorgung, "die besonders von der Nachwuchssorge betroffen ist". Das Land habe aus diesem Grund bereits 2011 die Initiative ergriffen, um diese Versorgung auch künftig sicher zu stellen. Katrin Altpeter: "Unter anderem wurde ein Förderprogramm für familienfreundliche Praxismodelle im ländlichen Raum aufgelegt", zudem sei eigens ein Förderprogramm zur Unterstützung von Studenten aufgelegt worden, die ihr praktisches Jahr in einer Hausarztpraxis absolvieren wollen.


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Autor: SWP | 10.02.2012

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