Robotino macht neugierig
Boxberg. "Wie werden wir in Zukunft arbeiten?", fragte Diplom-Biologin Silke Fanta 35 Schüler der Hauptschule Boxberg. Zur Antwort bekam sie zunächst überraschte, aber neugierige Blicke zugeworfen.
Kein Wunder, hatten sich die Jugendlichen doch auf einen langatmigen Vortrag über die Bedeutung von Naturwissenschaften und Technik eingestellt. Indessen führten Silke Fanta und ihre Kollegin Anna Kempf, Ingenieurin der Medizintechnik, die Neuntklässler auf eine aufregende Reise in die MINT-Welt.
MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik und bildet das Fundament für viele spannende Berufe mit aussichtsreichen Zukunftschancen. Um junge Menschen für diese Branchen zu begeistern und sie von der Ausbildungs- oder Studienentscheidung bis zum Berufseinstieg zu begleiten, hat die Baden-Württemberg Stiftung im Herbst 2008 das Bildungsnetzwerk "Coaching4Future" ins Leben gerufen. Seitdem sind die Coaching-Teams an Schulen, auf Messen oder bei Berufsinformationstagen zu Gast.
In Boxberg informierten die beiden Jungakademiker im Rahmen der Berufsorientierung über verschiedene MINT-Branchen und zugehörige Ausbildungswege. Im Gepäck hatten sie Beispiele für Anwendungen und Produkte sowie die zugehörigen Berufsbilder. Besonderes Interesse weckte bei den Jugendlichen ein kleiner Roboter namens Robotino. Bereits heute kommt im Alltag künstliche Intelligenz dort zum Einsatz, wo es für den Menschen zu gefährlich ist oder er schlichtweg überfordert wäre. So ersetzen Roboter bereits menschliche Handgriffe bei unfallträchtigen Aufgaben in Produktionsstraßen, sie spüren Minen auf oder sichern radioaktive Abfälle. An der Entwicklung von Robotino& Co. arbeiten Fachkräfte aus unterschiedlichen MINT-Sparten mit, darunter Technische Zeichner, Elektroniker, Fachinformatiker, Zerspanungstechniker oder Industriemechaniker. Dabei machten die Coaches den Zuhörern anhand regionaler Beispiele deutlich, dass Baden-Württemberg mit seiner vielseitigen Unternehmenslandschaft vielversprechende Perspektiven für Nachwuchs-Tüftler bietet.
Obwohl der MINT-Bereich durch zahlreiche Produkte und Anwendungen wie MP3-Player oder das Internet-Videoportal YouTube längst Einzug in das Leben junger Menschen gehalten hat, fehlt den Jugendlichen häufig dieser Alltagsbezug und die Vorurteile sind mitunter groß: "Wir dachten, das wird wieder eine langweilige Berufsinformationsveranstaltung, doch die Präsentation war total anschaulich und abwechslungsreich. Ich habe auf jeden Fall ein paar neue, sehr spannende Berufe kennen gelernt", meinte die 13-jährige Sophia Horwath begeistert. Über das große Interesse ihrer Schüler freute sich auch Rektorin Birgit Munk: "Wir waren wirklich unsicher, ob ein Vortrag über drei Schulstunden nicht zu lange ist, aber die Schüler waren so interessiert und gebannt". fuf
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Autor: SWP | 19.01.2011
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