Zum Akteur des eigenen Lebens werden

Bad Mergentheim.  Das Thema "Biologische Krebstherapie" stand am Dienstag Abend im Kursaal in Bad Mergentheim im Mittelpunkt eines Vortragsabends. Der Abend fand anlässlich des Weltkrebstags statt.

Ein Vortragsabend zum Thema "Biologische Krebstherapie" fand anlässlich des Weltkrebstages in Kooperation zwischen der Hufeland Klinik, dem Institut für Bad Mergentheimer Kurmedizin, sowie der Kurverwaltung Bad Mergentheim im Kursaal statt. "Statistisch gesehen entwickelt jeder dritte Europäer im Laufe seines Lebens Krebs, in Deutschland erkranken jährlich rund 395.000 Menschen daran", verdeutlichte Birgit Schönleber, Vertreterin der Kurverwaltung.

Dr. med. Wolfgang May, Chefarzt der Hufeland Klinik, stellte gemeinsam mit dem Therapeutenteam der Klinik in insgesamt vier Themenrunden Inhalte, Ziele und Erfahrungen der "Biologischen Krebstherapie" vor. Seit der Gründung der Hufeland Klinik im Jahre 1985 durch Dr. Wolfgang Wöppel gehöre zu der Grundphilosophie der Klinik, im Rahmen der Therapiemethoden den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele zu begreifen. "Eine Krebsdiagnose macht Angst, aber Angst ist ein schlechter Begleiter, der das Immunsystem und die Abwehrstärke schwächt", betonte May in seinem Initialreferat. Deshalb reduziere eine ganzheitliche immunbiologische Therapie schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs nicht auf ihre organische und körperliche Auswirkungen, sondern setze zudem auf Konzepte, die die Gefühls- und Gedankenwelt des Menschen konsequent mit einbeziehe.

Das Therapiekonzept für eine ganzheitliche immunbiologische Therapie umfasse fünf Säulen, um die Selbstheilungskräfte anzuregen, zu stärken und zu fördern. Die biologische Basistherapie als Grundlage des Behandlungskonzeptes beinhalte die Aktivierung des Sauerstoffwechsels und die Anregung der Leber- und Nierentätigkeit. Als zweite Säule solle eine Immuntherapie wie aktive Fieber-, Eigenblut-, Thymus- oder Misteltherapie das körpereigene Abwehrsystem aktivieren. Eine ausgewogene Ernährung zur Entlastung des Stoffwechsels nannte May ebenso als weitere Säule wie ein positives und zielbewusstes Leben als Therapie für die Seele. Bei der konventionellen Therapie als fünfte Säule achte die Hufeland Klinik unter anderem auf eine möglichst niedrig dosierte Chemotherapie.

Über "Psyche und Krebs" referierte Diplom-Psychologin Beate Weidner. Bei der Psychotherapie stehe Hilfestellung, Stressbewältigung, Schaffung eines Zugangs zum Unbewussten und Krankheitsbewältigung im Vordergrund. Ziele von Meditation und Entspannungsübungen seien Stressabbau, das Finden von innerer Ruhe und Gelassenheit, Stabilisierung der Seele sowie eine Kräftigung der Heilungskräfte. Um die Effekte einer entspannten Seele auf das körperliche Wohlbefinden nachvollziehbar zu verdeutlichen, forderte Weidner das Publikum zum Mitmachen bei einer Entspannungsübung unter ihrer Anleitung auf. "Machen Sie sich nicht zum Opfer, sondern zum Akteur Ihres Lebens", appellierte die Psychologin an ihre Zuhörer.

In ihrem Vortrag "Kunst und Krebs" berichtete Kunsttherapeutin Antje Hofmann-Klingert über Möglichkeiten, wie künstlerische Aktivität zu dem ganzheitlichen Krebstherapiekonzept der Hufeland Klinik beitragen könne. Gruppenangebote seien Maltherapie und Ausdrucksmalen, wobei es nicht um eine künstlerische Bewertung gehe und keine Themen vorgegeben würden, sondern ein spontaner Ausdruck in Farben und Formen im Vordergrund stehe. Rege Resonanz fand einer von Dr. Nina Reis, Leitende Oberärztin, moderierten Podiumsgesprächsrunde, in der vier Patienten über ihre positiven Erfahrungen mit einer biologischen Krebstherapie in der der Hufeland Klinik berichteten und sich ebenso wie die Referenten den Fragen aus dem Publikum zur Verfügung stellten. Praktisch erlebbar wurde der letzte Programmpunkt "Ernährung und Krebs", indem Ernährungsberaterin und Diätassistentin Irma Schneider mit einem kleinen Team im Foyer Kostproben für eine gesunde Ernährung kredenzte.


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Autor: PDW | 09.02.2012

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