Städtchen ohne Park undenkbar

Bad Mergentheim.  Einen Blick in die Geschichte des der Bad Mergentheimer Parklandschaft wirft Tillmann Zeller. Zahlreiche Besonderheiten zeichnen des Schlosspark aus. In einem Vortrag stellt Zeller sie vor.

Zu Unrecht steht der Landschaftsgarten der ehemaligen Deutschordensresidenz Mergentheim im Schatten bekannterer Gärten. Dabei bildet der Schlossgarten ein Denkmalensemble von erheblicher kulturhistorischer, stadt- und landschaftsgeschichtlicher Bedeutung. Erfreulicherweise wurde mit dem Parkpflegewerk Schlosspark Bad Mergentheim 1990 begonnen, diesem Diamanten wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Der Schlosspark bietet eine Fülle an landschaftlichen, botanischen, baulichen und faunistischen Besonderheiten.

Mit einem Lichtbildervortrag "Der Schlosspark Bad Mergentheim - Geschichte, Gegenwart und Besonderheiten", der am Sonntag, 12. Februar, um 19.30 in den Kliniken Dr. Vötisch im Vortragssaal vierten Stock stattfindet, möchte Tillmann Zeller das Interesse an diesem Kleinod verstärken. Anhand von Bildern aus dem Deutschordensmuseum, dem Stadtarchiv , dem Parkpflegewerk und aktuellen Fotos will er die spannende Geschichte des Parks und einige botanische Besonderheiten vorstellen.

Er zitiert auch Erinnerungen des Mergentheimer Chronisten und Handwerkers Julius Aschfalk, der 1945 in einem Schulheft das Thema "Der Schloss- oder Hofgarten von Bad Mergentheim in den letzten siebzig Jahren" beschrieben hat. Aschfalk schildert detailliert die Geschichte des Parks von 1875 bis 1945. Darin heißt es: "Der alte Schlosspark neben dem Kur- und Heilbad ist auch das größte Kleinod von Bad Mergentheim. Kein einziger Mergentheimer kann sich sein Heimatstädtchen ohne denselben denken und vorstellen, denn er ist mit ihm verbunden und verwachsen. Liegt er doch in majestätischer Schönheit hinter dem alten Herrschaftssitze, dem schönen Schloss der Deutschmeister und wird vom lieblichen, stillen Kanal durchflossen, der heute das Elektrizitätswerk, die ehemalige Herrenmühle mit seiner angegliederten Sägemühle und weiter unten, die frühere Gipsmühle, von welcher noch der alte Gipsbruch im Kötterberg stammt und heute die Parkettfabrik von A. Bembe beherbergt, betreibt."

Aschfalk nennt das Schellenhäuschen, das Halbmondhäuschen und den Obelisken, die heute noch zu bewundern sind. Leider ist das frühere Alleinstellungsmerkmal des Mergentheimer Hofgartens, das Entendorf, verschwunden und harrt der Wiedergeburt durch Finanzen des Landes. Das Parkpflegeprogramm schlägt unter anderem die Abdichtung und Ausformung des Wasserlaufes und des Entensees und die Wiederherstellung der Wasserflächen vor. Außerdem soll die Enteninsel nach historischer Vorlage wieder aufgebaut werden. Das Entendörfchen war einst eine Attraktion und bildete ein Postkartenmotiv. Akten des Stadtarchivs bezeugen die lange Geschichte des Entendörfchens.


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Autor: TZE | 09.02.2012

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