Loben spielt in der Pädagogik große Rolle
Bad Mergentheim. Sie haben es geschafft: 99 Lehramtsanwärter und Lehramtsanwärterinnen aus Baden-Württemberg, Bayern und auch aus den neuen Bundesländern erhielten bei der Verabschiedung von Kurs 29 ihre Zeugnisse.
Es ging ein spürbares Aufatmen durch die Reihen, als der Leiter der Außenstelle Schwäbisch Gmünd des Lehrerprüfungsamtes am Regierungspräsidium Stuttgart, Thomas Schwarz, im Mittelstandszentrum den künftigen Lehrerinnen und Lehrern zur bestandenen zweiten Dienstprüfung gratulierte und ihnen die Zeugnisse überreichte. Mit dabei waren auch der evangelische Schuldekan Rolf Schwab aus Wertheim, viele Mentoren, Eltern und Freunde.
Als Seminarleiterin stellte die Direktorin Susanne Doll fest, dass das zweite Staatsexamen nach dem anstrengenden Vorbereitungsdienst ein Anlass zum Feiern sei, auch wenn noch nicht alle eine Einstellungszusage hätten. Im Blick auf die künftige Tätigkeit sprach sie von gesteigerter Verantwortung eines Klassenlehrers, auch als erster Ansprechpartner der Eltern. "Der Klassenlehrer ist der Implementierer und Hüter der Regeln und Rituale, die in der Klasse lehrerübergreifend Geltung haben müssen", meinte Susanne Doll. Führung heiße, für eine Gruppe von Menschen Ziele und Strategien zu definieren und ihnen die Erreichung des Ziels zu ermöglichen. Eingehend beschäftigte sich die Direktorin mit den Führungsaufgaben eines Lehrers in Anlehnung an die Aufgaben in der Wirtschaft. "Das Loben spielt in der Pädagogik eine große Rolle", meinte die Sprecherin, als "Zulieferer von Führungs- und Verhaltenskultur für die Wirtschaft".
Als "gelernter Deutschlehrer" beleuchtete der Vertreter des Regierungspräsidiums die erlangte Befähigung für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Werkrealschulen. Er hatte dazu Sinnsprüche von Kalenderblättern gesammelt nach dem Motto "Zu den Quellen gelangt man gegen den Strom". Es gehe für die jungen Leute darum, Erfahrungen in einer sich ständig ändernden Welt zu sammeln und dabei auch ungewohnte Situationen zu meistern. Notwendig sei, die erreichten Fähigkeiten in einem Lernprozess kontinuierlich weiterzuentwickeln und im Lehrerberuf sensibel zu bleiben für Empfindungen anderer. Ziel müsse eine gute Lehrer-Schülerbeziehung sein. "Teamwork teilt die Aufgaben und verdoppelt den Erfolg", so der Sprecher. Er gab den Rat, Erfahrung und Kompetenz der älteren Kollegen zu nutzen, mit dem erworbenen Rüstzeug optimistisch in die Zukunft zu blicken und die Begeisterung für den Lehrerberuf wachzuhalten. In den Schlussworten von drei Junglehrerinnen kamen Höhen und Tiefen und auch Segenswünsche samt dem Lied "Sende uns Engel" zum Ausdruck, ehe die Zeugnisübergabe zum geselligen Teil der Abschiedsfeier überleitete im Gespräch mit Eltern und Seminarmitarbeiterin. mm
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
30.07.2010
| Artikel twittern |
|
|
Zeugnisübergabe: Thomas Schwarz vom Oberschulamt überreichte den künftigen Lehrkräften Zeugnisse und Urkunden nach dem zweiten Staatsexamen und eineinhalb Jahren am Staatlichen Seminar in Bad Mergentheim. Foto: Hammer
MEISTGELESENE ARTIKEL
Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik
Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr
Neu-Ulmer Bordell-Chefin wehrt sich gegen Vorwürfe
Neu-Ulm Der in einem Neu-Ulmer Bordell aufgefundene Tote wird nicht obduziert. Die Polizei ist sicher: Der 36-Jährige starb durch einen autoerotischen Unfall. Derweil hat sich die Bordellchefin zu Wort gemeldet.... mehr
Inferno in der Hechinger Altstadt
Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr
Hechinger Brandruinen qualmen noch
Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr
Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell
Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

ZURÜCK
