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Genügsame Riesen aus den USA

Wuchtige Köpfe, ein hoher Widerrist, dickes Fell: Für Alois Nuß verkörpern Bisons Urgewalt. Der Landwirt aus Stuppach hat sich einen Traum erfüllt und eine Herde gegründet. Die soll weiter wachsen.

Autor: KATHARINA GABEL |
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An den Tag, an dem der Züchter die ersten drei Bisons nach Stuppach gebracht hat, kann sich Landwirt Alois Nuß genau erinnern. "Das war am 28. Juli 2011", erzählt er. Drei weitere kamen am 23. August 2011, nochmal drei im Februar 2012. "Das sind Daten, die Sie sich merken, wenn Sie sich schon seit 20 Jahren mit einem Thema befassen", sagt Nuß. Er steht am Zaun der Weide am Hang über Stuppach und beobachtet seine Bisonherde. Die neun Tiere ziehen friedlich grasend über die weitläufige Wiese.

Nuß sieht zufrieden aus - mit den mächtigen Tieren hat er sich einen lang gehegten Traum erfüllt. Schon seitdem er als kleiner Junge Wild-West-Filme im Fernsehen gesehen hat, steht Nuß im Bann der amerikanischen Wildrinder. Dass er selbst Bisons halten möchte, war ihm klar, als er vor 15 Jahren zum ersten Mal eine Bisonherde in Freising live gesehen hat. "Für die einen ist es der Hund, die Katz oder der Vogel. Für mich sind es eben die Bisons", sagt Nuß. Aber - das gibt er zu - ein bisschen verrückt müsse man schon sein, um sich solch ungewöhnliche Haustiere anzuschaffen.

"Mich fasziniert diese Urgewalt, die die Bisons in sich haben", schwärmt er. Die Kraft, die in den Tieren steckt, ist nicht ohne; ist eine Kuh in Hitze, geht Nuß nicht ins Gehege. Im täglichen Umgang seien die Tiere aber sehr ruhig. "Man muss wissen, was man tut. Das ist kein Streichelzoo", betont er.

Die Anschaffung der Rinder hat sich der Milchbauer wohl überlegt, schon 2009 fasste er seinen Entschluss, 2011 war es so weit. Abgehalten hatten ihn zuvor vor allem die Kosten, die die Rinder verursachen - besonders der 1,60 Meter hohe Zaun, der mit einem stromführenden Draht verstärkt wird, hat es in sich.

In der Haltung sind die Bisons dagegen äußerst genügsam - die Tiere verbringen das ganze Jahr auf der Weide. Ein Bison frisst täglich rund sieben Kilo Trockensubstanz, ein Fleckvieh dagegen 15 bis 20. Zudem entfällt im Gegensatz zum Fleckvieh die Klauenpflege und auch den Tierarzt sehen die Rinder höchstens einmal im Jahr zur Entwurmung und zur Blutabnahme. "Die Bisons sind intelligenter als Fleckvieh, und sie haben ein anderes Herdenverhalten - anders als das Fleckvieh kann man Bisons nicht treiben, dafür aber sehr gut locken", erklärt Nuß. Er greift so wenig wie möglich in seine Herde ein, auch das Decken der Kühe übernimmt sein Bulle sozusagen in Eigenregie.

"In Zukunft sollen die Bisons zu einem Betriebszweig unseres Hofes werden", berichtet Nuß. Eine Herde mit 40 bis 50 Kühen schwebt dem Bio-Landwirt vor. 70 Prozent sollen dabei aus dem Nutztier- und 30 Prozent aus dem Fleischverkauf erwirtschaftet werden. "Bisonfleisch ist sehr hochwertig es schmeckt leicht süßlich und ist cholesterinarm", beschreibt Nuß.

Im Moment haben Nuß Bisons noch keinen Bio-Status, da sie aus einer konventionellen Zucht stammen. Allerdings werden sie jetzt nur mit Bio-Futter - im Sommer mit Gras und Heu und im Winter mit trockener Grassilage, Stroh, Heu und Mineralfutter - gefüttert, sodass sie bald den Bio-Status erhalten.

Ab und zu bekommen die Bisons einen besonderen Leckerbissen: ein trockenes Stück Brot. Alois Nuß steckt seine Hand durch den Zaun. "Kooomm, kooomm", lockt er. Einige der Rinder heben nur kurz ihren massiven Kopf und grasen dann weitere. "Kooomm, kooomm", ruft Nuß noch einmal. Schwerfällig setzt sich ein Bison in Bewegung. Auf der Marke im Ohr steht die Nummer 61 - Nuß Lieblingstier. Die Kuh macht ihren Hals ganz lang, steckt vorsichtig die dunkle Zunge heraus und angelt sich das Brot von der Hand ihres Ernährers.

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