Führungsteam ist wieder komplett

Bad Mergentheim.  Mit Thomas Weber ist ein Kenner des Gesundheitswesens neuer kaufmännischer Direktor des Caritas-Krankenhauses. Der bisherige Krankenkassen-Geschäftsführer wurde feierlich in sein Amt eingeführt.

Hochstimmung erzeugten bereits die schwungvollen Klänge der Würzburger Jazz-Connection. "Es tut gut, Sie hier mit an Bord des Direktoriums zu haben", hieß der Hausobere Thomas Wigant den neuen kaufmännischen Direktor willkommen. Wigant begrüßte unter den Gästen auch zahlreiche Vertreter der Kommunalpolitik, der Gesellschafter und des Gesundheitswesens in der Halle des Caritas-Krankenhauses zur Einführung des neuen Direktoriumsmitglieds. Thomas Weber (48), Sozialversicherungsfachangestellter, stammt aus Heilbronn und war seit 2001 Geschäftsführer der AOK-Bezirksdirektion Heilbronn-Franken.

Andreas Latz, Geschäftsführer des Mehrheitsgesellschafters, der Barmherzige Brüder Trier, würdigte den neuen kaufmännischen Direktor als "kompetenten Fachmann und Verhandler mit einer beachtlichen beruflichen und persönlichen Karriere". Alle Akteure des Gesundheitswesens, so hob er hervor, wollten ja eine qualitativ gute und zugleich auch finanzierbare Versorgung erreichen. Im Caritas-Krankenhaus sei da schon einiges erreicht worden, doch viele Ressourcen seien noch zu entdecken. Auf Kooperation zu setzen, habe sich als Win-Win-Situation erwiesen, die seit drei Jahren bestehende Kooperation mit dem Kreiskrankenhaus Tauberbischofsheim sei zukunftsbringend.

Man sei froh, mit Thomas Weber einen Fachmann gewonnen zu haben, der von seiner bisherigen Tätigkeit her "nicht nur das Haifischbecken kennt, sondern über fundierte Kenntnisse verfügt". Von seinem reichen Schatz an Sach-, Fach- und Systemkompetenz erwarte man nachhaltige Konzepte und Lösungen.

Nach dem Willen Jesu gelte es für den Christen, einen konkreten Einsatz zu leisten, etwa "in Form von finanzieller Unterstützung unserer Gesellschaft und deren Aufgaben" und zugleich "unseren christlichen Glauben zu leben und unser Denken und Tun nach dem Gebot Jesu zu konkretisieren". Das betonte Bruder Peter Berg, Generaloberer des Ordens der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf. Ökonomische Verantwortung und christlicher Trägerauftrag seien im Klinikalltag zu bedienen. Dabei müsse jeder Mitarbeiter in seinem Bereich einen Blick für Ökonomie haben. Sie "gehört zum menschlichen Lebensalltag dazu und ist somit ein Teil der Schöpfungsordnung und damit auch des gelebten und verantwortungsvollen Christentums". Ökonomie müsse sich als Dienstleistung am System verstehen und sei nicht Selbstzweck. Die Kunst des kaufmännischen Direktors sei es da, kreativ zu sein und Mittel einzuwerben, ohne den Auftrag der Caritas "zu verkaufen". Ein Ansatz dazu sei auch die Stiftung "Helfen und Heilen" des Caritas-Krankenhauses, mit der Begleitung und Behandlung ermöglicht werde, die sonst nicht finanzierbar wäre.

"Barmherzigkeit hat nichts mit Dummheit zu tun", stellte der Generalobere fest und präsentierte das "Robin Hood-Prinzip" als Prinzip für ökonomisches Handeln im Rahmen einer christlichen Trägerschaft, wo "Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Hand in Hand gehen". Man sei Mitspieler im Gesundheitsmarkt und "Barmherzigkeit ohne Wirtschaftlichkeit geht nicht". Der barmherzige Samariter im Gleichnis Jesu stehe für ihn auch als ein biblisches Beispiel für ökonomisches Handeln. "Was Andere können, können wir auch, solange es moralisch und ethisch vertretbar ist, unseren christlichen Werten entspricht und unserem Auftrag dient." Bei Dumpinglöhnen etwa könne und werde man nicht mitmachen.

Auch in einer christlichen Klinik sei ein "teamorientiertes Führungsmodell" nötig. So könne man fantasievoll und verantwortungsbewusst agieren, verliere den konkreten Menschen nicht aus dem Blick. Schließlich gehe es nach dem "Robin Hood-Prinzip" darum, "zu erwirtschaften, zu gewinnen und zu planen, damit verteilt werden kann, damit Reinvestition und nicht shareholder value möglich sind, damit der christliche Auftrag vom Dienst am und für den Nächsten mit den Möglichkeiten der Zeit gelebt werden kann".

Er wolle, so versicherte Thomas Weber, seine Erfahrungen in das neue Amt integrieren und "das Beste aus beiden Blickwinkeln aufnehmen". Das Caritas-Krankenhaus habe er bereits kennen gelernt als moderne leistungsfähige Klinik mit hoch motivierten Mitarbeitern, die sich mit dem Haus identifizieren. Er sehe eine spannende und herausfordernde Aufgabe vor sich.


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Autor: PETER KESSLER | 20.03.2010

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