Alle oder nur Freiwillige: Soll die Wehrpflicht bleiben?

Julian Aeissen

Althausen

Noch hat Julian Aeissen etwas Zeit, bevor er sich entscheiden muss: Bundeswehr oder Zivildienst. Vielleicht wird dem Schüler diese Wahl aber abgenommen, wenn es bis dahin einen freiwilligen Wehrdienst gibt. "Ich fände das auf jeden Fall gut. Ich habe gehört, dass es in vielen europäischen Ländern keine Wehrpflicht mehr gibt. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich in die soziale Richtung gehen."

Georg Koch

Bad Mergentheim

Georg Koch war selbst nicht bei der Bundeswehr, findet aber, dass die Wehrpflicht nicht ausgesetzt, sondern auf jeden Fall beibehalten werden sollte. "Da hängt der Sozialdienst ja mit dran. Zivildienstleistende werden überall gebraucht, und die Reduzierung der Wehrpflicht auf ein halbes Jahr hat jetzt schon Auswirkungen darauf. Kaum sind die jungen Männer eingelernt, ist der Dienst auch schon wieder vorbei."

Herbert Hock

Bad Mergentheim

"Mein Sohn gehörte mit einigen anderen seiner Jahrgangsstufe zu einer Minderheit, die als tauglich eingestuft worden sind. Das ist nicht gerecht. Es sollten nur die zum Bund müssen, die auch wollen", findet Herbert Hock. Trotzdem sei die Bundeswehr wichtig: "Wir brauchen eine Armee, und für die Aufgaben brauchen wir Soldaten, die eine längere Ausbildung durchlaufen und besser ausgerüstet sind, als das aktuell der Fall ist."

Martina Späth

Bad Mergentheim

"Man sollte die Wehrpflicht aussetzen und schauen, wie und ob es funktioniert", sagt die 52-jährige Mutter. Ihr jüngerer Sohn ist gerade 18 Jahre alt. Seine Entscheidung stehe aber fest. "Er macht Zivildienst." Die Bundeswehrzeit sei keine Zeit, von der die jungen Männer profitieren würden. "Es heißt immer, dort lernen sie die Selbstständigkeit. Wie man seine Kleidung wäscht und richtig zusammenlegt, kann man auch daheim lernen."

Lukas Steuer

Bad Mergentheim

Der Ansatz eines freiwilligen Wehrdienstes sei nicht schlecht, sagt Lukas Steuer. Der 22-Jährige hat sich seinerzeit für den Zivildienst entschieden, ist aber der Meinung: "Auch wenn es nicht mehr Pflicht ist, wird es noch genügend Leute geben, die zur Armee gehen werden - und die das dann auch wirklich wollen." Dass sich durch ein Aussetzen der Wehrpflicht der Gedanke des "Bürgers in Uniform" ändert, glaubt er nicht. A. Eckert


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02.09.2010

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