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65 Jahre Volkshochschule Bad Mergentheim

Vieles hat sich verändert, seitdem die Bad Mergentheimer Volkshochschule 1947 gegründet wurde. Einiges ist geblieben. So hatte die Volkshochschule von Anfang an Sprachkurse im Angebot.

MANFRED KOCH | 0 Meinungen

Eine Volkshochschule (VHS) zu gründen, ist vollkommen richtig. Das zeigt eindeutig das große Interesse der Bürger und Bürgerinnen. So das Resümee des Studienrats Dr. Schibel. Dieses sagte er im Jahr 1947, dem Geburtsjahr der Volkshochschule, die zu diesem Zeitpunkt noch "Volksbildungswerk im Kreis Bad Mergentheim" hieß.

In den alten Aufzeichnungen kann man nachlesen, dass 1947, beim ersten Wintersemester, 534 Hörer die 19 Kurse besucht hatten. Schon zu Beginn standen Sprachkurse ganz oben auf der Angebotsliste. Ziel des Volksbildungswerks war es von Anfang an, die Arbeit der VHS auf alle Orte des Bezirkes auszudehnen. So schrieb damals der erste Leiter, Oberstudiendirektor Heck, im Vorwort des ersten Arbeitsblatts: "Das Volksbildungswerk stellt sich die Aufgabe, der Bevölkerung durch allgemeinbildende und berufskundliche Vorträge, in Verbindung mit unterhaltenden und künstlerischen Darbietungen anregende und genussreiche Stunden an den kommenden Winterabenden zu vermitteln." Doch der Großteil der Themen war eher praktisch geprägt. So veranstaltete der Bauernverband Vorträge über Schweinemast, Hühnerhaltung, Rinderzucht und Obstbau. Im Arbeitsplan für das Jahr 1949 findet man in der Rubrik "Das interessiert jedermann" unter anderem die Themen: "Das eheliche Güterrecht", "Die Bedeutung der deutschen Sozialversicherung für den Einzelnen und für die Allgemeinheit" und "Grundzüge der menschlichen Ernährung".

Heute, 65 Jahre später, feiert die VHS ihr stolzes Jubiläum. Eine lange Zeit mit vielen Veränderungen und vor allem Umzügen. Der erste Sitz der VHS befand sich in der damaligen Oberschule Bad Mergentheim. Ab 1955 bis zum Jahr 1977 war die Geschäftsstelle im Deutschorden-Gymnasium. Im Jahr 1977 galt es erneut, die Koffer zu packen. Der Umzug ins Kultur- und Verkehrsamt stand an. 1989 erneut ein Ortswechsel: diesmal in die ersten eigenen Räume im Haus Oberer Graben 65. Das Jahr 2007 kann man als Glücksjahr für die VHS bezeichnen. Mit dem Umzug der Stadtverwaltung in das "Neue Rathaus" wurden im "Alten Rathaus" Räume frei. Diese wurden der Geschäftsleitung der VHS angeboten, die nicht zögerte und das Angebot dankend annahm.

Was ist von den damaligen Zielen und Kursangeboten übrig geblieben, was hat sich verändert? Fragen mit überraschenden Antworten. "Im Laufe der vielen Jahre hat sich natürlich vieles verändert. Manche Angebote blieben erhalten und mache braucht man heute ganz einfach nicht mehr", so Christa Szuba, Leiterin der VHS Bad Mergentheim. Und damit meint sie zum Beispiel den Kurs, bei dem man die Kurzschrift (Steno) erlernen konnte. "Schauen Sie", erklärt Szuba und zeigt dabei auf das Kursangebot aus dem Jahre 1947, "begonnen hat man mit 19 Kursen. Im Jahr 2011 haben wir 505 Kurse anbieten können. Die Zahl der Kursteilnehmer lag bei circa 7000." Eine enorme Steigerung. Diese resultiert ganz bestimmt aus dem vielfältigen Angebot der heutigen, modernen VHS. "Ganz wichtig bei allem, was wir tun, ist die enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gemeinden", erklärt Irmgard Heinen. Sie leitet die Außenstelle in Igersheim. "Gerade in Igersheim funktioniert das sehr gut. Die Verantwortlichen in der Gemeinde haben stets ein offenes Ohr für unsere Belange und helfen uns, wo sie können", ergänzt Heinen. Zur VHS Bad Mergentheim gehören die Außenstellen Niederstetten, Weikersheim und eben Igersheim. "In der heutigen Zeit des Internets sind Dinge schnell abgesprochen und organisiert", erklärt Szuba und erinnert sich: "Das war zu Beginn meiner Tätigkeit, im Jahr 1995, noch ganz anders. Angefangen habe ich mit einer Schreibmaschine, zwei alten Telefonen und Blaupausen." Irgendwann erkannte Szuba, dass es ohne Computer kein Fortkommen mehr gab. Der erste Rechner in ihrem Büro stammte aus Privatbesitz. Die auf ihm entstandenen Konzepte und Listen haben bis jetzt Bestand. Heute geht ohne die moderne Kommunikationstechnik nichts mehr.

"Und wenn man nicht weiß, wie man damit umzugehen hat, belegt man ganz einfach einen Kurs bei uns", erklärt Szuba lächelnd. Sichtlich erfreut ist sie über die Vielzahl der Räumlichkeiten, die ihr im "Alten Rathaus" zu Verfügung stehen. "Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, einen Großteil der Kurse hier abzuhalten", erläutert die Leiterin der VHS. Sichtlich stolz zeigt sie einen speziellen Raum, der den Namen "Café Mausklick" trägt. Was sich dahinter verbirgt - ein Raum ausgerüstet mit modernster Computertechnik. "Den haben wir zu Großteil in Eigenregie hergerichtet, und er ist heute einer der am meisten genutzten Schulungsräume", erläutert Christa Szuba.

Momentan ganz hoch im Kurs: die "Akademie am Vormittag". Dahinter verbirgt sich eine Vortragsreihe mit renommierten Dozenten, dieses Jahr unter dem Motto: "Der Beginn des 20. Jahrhunderts". Als Vortragsraum dient der alte Sitzungssaal des Rathauses in seinem originalen Zustand. "Wir nutzen alle Räumlichkeiten, einschließlich der alten Bürgermeisterstube", erklärt Szuba. Wenn man sich mit Irmgard Heinen und Christa Szuba unterhält, spürt man, dass bei beiden viel Herzblut dahinter steht. Für sie ist die VHS ein Virus. "Wenn man sieht, wie die Menschen bereit sind zu lernen, wie sie sich begegnen und miteinander umgehen, dann kommt man nicht mehr davon los", bestätigen beide einhellig gegenüber der TZ.

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