Etappen-Ziel: Khartoum
Bermaringen. Er fährt mit dem Rad von Kairo nach Kapstadt: Hartmut Bögel aus Blaustein. Rund 12.000 Kilometer wird er bis nach Südafrika auf dem Sattel verbringen. Pünktlich zur Fußball WM will der Blausteiner sein Ziel erreichen. In loser Folge berichtet Hartmut Bögel über seine Erlebnisse von unterwegs.
03.Februar
Hallo,
wir sind in Khartoum und das kam so:
Es ist ja nun keine Kaffeefahrt auf der ich mich befinde und so stand heute morgen erst mal ein 20 km Zeitfahren auf dem Plan; nun bin ich kein Racer sondern mache die Expeditionstour, doch so ein bisschen steckt das Rennfahren ja in uns allen und so hab ich natürlich versucht mein Aarios Trekkingbike samt Lenkertasche und Packtasche im Kampf gegen die Uhr zu positionieren und bin die Strecke in einem Affenzahn abgestrampelt und gespannt auf das Ergebnis......schwachsinnig mag mancher denken, aber es hat echt Fun gemacht.
Die restlichen Kilometer nach Khartoum waren auch noch sehr bemerkenswert da wir auf Termiten-Hügel und vor allem auf prächtige Kamelherden trafen und so frei lebende Kamele erfreuen eine Radnomaden von der schwäbischen Alb doch ungemein.
Am Stadtrand stand der Lunch-Truck, wir stärkten uns und warteten auf die Polizeieskorte zum Campplatz und schließlich ging es im Konvoi 37 km durch Khartoum und das bei prallem Sonnenstand zur Mittagszeit. Es ist schon sehr sehr beeindruckend, was wir da alles zu sehen bekamen. Einfachste, halb eingefallene und halb unfertige Baracken mit einem großen Straßengraben davor, in dem der unendlich zahlreiche Müll verbrannt wird und vor sich hinschmort; dann sehr geschäftige Siedlungen voller Märkte und Menschen, meist aufgeteilt in verschiedene Branchen: Die Straße der Holzhändler folgte auf die Straße der Sanitärhändler und dann kommen die Autositzkissenverkäufer und dann die afrikanischen Souvenirverkäufer und dann die Bausteinhändler und die Korbmacher und die Eisen- und Schrotthändler und die Altpapierhändler und die Reifenhändler sowieso...
Viele TucTucs und kleine Busse und Taxis meist französischer oder asiatischer Bauart teilen sich mit den Eselskarren und den aufgepeppten Fahrrädern der Kids die Straße und dann kommt da dann unsere große Truppe mit den Trucks dahinter und sorgt für Staunen und Stau zugleich. So kamen wir also zu unserem Campground und auf dem ist zugleich eine Art Fußballnachwuchssportjugendherberge und viele viele junge sportbegeisterte Sudanesen und für morgen wird nun ein kleines Freundschaftsspiel geplant....mal sehen was draus wird...ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.
Ich machte mich nach der Dusche im Camp auf den Weg zur Familie Schilling und das sind Christoph und Tina mit den Kindern Nathanael, Mirjam und Johann-Amos samt Hund und Katz. Die Adresse bekam ich über meinen immer motivierten Arbeitskollegen Günter und so komme ich also heute in den Genuss eines Bettes und einer Waschmaschine und Internetzugang und vor allem von sehr viel Gastfreundschaft. Christoph ist Pfarrer und unterrichtet an der hiesigen Bibelschule; Tina gibt Unterricht an der internationalen Schule in arabisch und zuhause wird neben schwäbisch und englisch auch finnisch gesprochen, da Tina von dort herkommt und des arabischen sind auch alle mächtig... ist das nicht beeindruckend?!?!
Der Weg zum Haus war recht spannend da ich nur eine vage Ahnung hatte und zweimal wurde ich in die jeweils entgegen gesetzte Richtung geschickt als ich nach dem Weg fragte und dann musste ich noch durch eine wirklich erschreckend ärmliche Siedlung radeln, die voller Müll und Dreck war und mich betroffen machte, auch wenn die Menschen dort mir freundlich und fröhlich begegneten. Nicht weit davon entfernt befindet sich der neue Golf Platz der einer reichen Familie gehört – das steht sowas von mega im Kontrast zu dem was drum rum sich abspielt. Aber so geht es zu in der Welt und es so absolut nah nebeneinander zu erleben, dieses arm und reich, dieses im Überfluss haben und im Dreck zu leben, ist nicht einfach zu ertragen.
Auf den Fotos der letzten Tage konntet ihr im übrigen Ruben und Rainer und Gisi kennen lernen, mit denen ich doch die meiste Zeit hier verbringe. Morgen nun also Ruhetag und dann warten heftigere Radeltage auf uns mit erstmal viel Verkehr, schließlich mit einigen Höhenmetern wenn es Richtung Äthiopien geht. Dann werden auch bei den Racern die Karten neu gemischt und ich bin mal gespannt wie mein schweres Trekkingbike sich in den Bergen macht – ich halte euch auf dem Laufenden.
Danke für alle E-mails und von Herzen auch für alle Spenden aufs UNICEF Konto. Das motiviert mich natürlich ungemein...
Hartmut
Hallo,
wir sind in Khartoum und das kam so:
Es ist ja nun keine Kaffeefahrt auf der ich mich befinde und so stand heute morgen erst mal ein 20 km Zeitfahren auf dem Plan; nun bin ich kein Racer sondern mache die Expeditionstour, doch so ein bisschen steckt das Rennfahren ja in uns allen und so hab ich natürlich versucht mein Aarios Trekkingbike samt Lenkertasche und Packtasche im Kampf gegen die Uhr zu positionieren und bin die Strecke in einem Affenzahn abgestrampelt und gespannt auf das Ergebnis......schwachsinnig mag mancher denken, aber es hat echt Fun gemacht.
Die restlichen Kilometer nach Khartoum waren auch noch sehr bemerkenswert da wir auf Termiten-Hügel und vor allem auf prächtige Kamelherden trafen und so frei lebende Kamele erfreuen eine Radnomaden von der schwäbischen Alb doch ungemein.
Am Stadtrand stand der Lunch-Truck, wir stärkten uns und warteten auf die Polizeieskorte zum Campplatz und schließlich ging es im Konvoi 37 km durch Khartoum und das bei prallem Sonnenstand zur Mittagszeit. Es ist schon sehr sehr beeindruckend, was wir da alles zu sehen bekamen. Einfachste, halb eingefallene und halb unfertige Baracken mit einem großen Straßengraben davor, in dem der unendlich zahlreiche Müll verbrannt wird und vor sich hinschmort; dann sehr geschäftige Siedlungen voller Märkte und Menschen, meist aufgeteilt in verschiedene Branchen: Die Straße der Holzhändler folgte auf die Straße der Sanitärhändler und dann kommen die Autositzkissenverkäufer und dann die afrikanischen Souvenirverkäufer und dann die Bausteinhändler und die Korbmacher und die Eisen- und Schrotthändler und die Altpapierhändler und die Reifenhändler sowieso...
Viele TucTucs und kleine Busse und Taxis meist französischer oder asiatischer Bauart teilen sich mit den Eselskarren und den aufgepeppten Fahrrädern der Kids die Straße und dann kommt da dann unsere große Truppe mit den Trucks dahinter und sorgt für Staunen und Stau zugleich. So kamen wir also zu unserem Campground und auf dem ist zugleich eine Art Fußballnachwuchssportjugendherberge und viele viele junge sportbegeisterte Sudanesen und für morgen wird nun ein kleines Freundschaftsspiel geplant....mal sehen was draus wird...ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.
Ich machte mich nach der Dusche im Camp auf den Weg zur Familie Schilling und das sind Christoph und Tina mit den Kindern Nathanael, Mirjam und Johann-Amos samt Hund und Katz. Die Adresse bekam ich über meinen immer motivierten Arbeitskollegen Günter und so komme ich also heute in den Genuss eines Bettes und einer Waschmaschine und Internetzugang und vor allem von sehr viel Gastfreundschaft. Christoph ist Pfarrer und unterrichtet an der hiesigen Bibelschule; Tina gibt Unterricht an der internationalen Schule in arabisch und zuhause wird neben schwäbisch und englisch auch finnisch gesprochen, da Tina von dort herkommt und des arabischen sind auch alle mächtig... ist das nicht beeindruckend?!?!
Der Weg zum Haus war recht spannend da ich nur eine vage Ahnung hatte und zweimal wurde ich in die jeweils entgegen gesetzte Richtung geschickt als ich nach dem Weg fragte und dann musste ich noch durch eine wirklich erschreckend ärmliche Siedlung radeln, die voller Müll und Dreck war und mich betroffen machte, auch wenn die Menschen dort mir freundlich und fröhlich begegneten. Nicht weit davon entfernt befindet sich der neue Golf Platz der einer reichen Familie gehört – das steht sowas von mega im Kontrast zu dem was drum rum sich abspielt. Aber so geht es zu in der Welt und es so absolut nah nebeneinander zu erleben, dieses arm und reich, dieses im Überfluss haben und im Dreck zu leben, ist nicht einfach zu ertragen.
Auf den Fotos der letzten Tage konntet ihr im übrigen Ruben und Rainer und Gisi kennen lernen, mit denen ich doch die meiste Zeit hier verbringe. Morgen nun also Ruhetag und dann warten heftigere Radeltage auf uns mit erstmal viel Verkehr, schließlich mit einigen Höhenmetern wenn es Richtung Äthiopien geht. Dann werden auch bei den Racern die Karten neu gemischt und ich bin mal gespannt wie mein schweres Trekkingbike sich in den Bergen macht – ich halte euch auf dem Laufenden.
Danke für alle E-mails und von Herzen auch für alle Spenden aufs UNICEF Konto. Das motiviert mich natürlich ungemein...
Hartmut
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04.02.2010
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