Kirchberg · Gesellschaft: Ratschläge zu guter Menschenführung

Ulrich Lilie (links) und Frank Lilie sprachen beim „Kirchberger Dialog“ über Macht und Transparenz. Privatbild
Nicht gesetzt- 50 Führungskräfte diskutierten im Kloster Kirchberg über Verantwortung und Macht.
- Ulrich Lilie betonte, Macht könne Gutes bewirken, wenn sie reflektiert wird.
- Philipp Hübl unterschied zwischen Ehren- und Würdekultur und deren Einfluss auf Macht.
- Maja Storch erklärte, dass Motivation durch die Synchronisierung von Verstand und Gefühl entsteht.
- Reinhold Janke stellte die Werteorientierung der Bundeswehr als Führungsprinzip vor.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Führungskräfte aus Sozialwirtschaft, Wirtschaft und Kommune tauschten sich kürzlich im Kloster Kirchberg zum Thema „Verantwortung, Macht und Aufbruch“ aus.
Wer Macht hat, besitzt ein Instrument, Gutes zu bewirken und kann anderen helfen, „ein eigenständiger Mensch zu sein“, sagte Ulrich Lilie, ehemaliger Präsident der Diakonie Deutschland, im abendlichen Dialog mit dem geistlichen Leiter des Klosters Kirchberg, Frank Lilie. Menschen in Führungspositionen hätten die herausfordernde Aufgabe, andere für das zu gewinnen, was erreicht werden soll. Wichtig sei ein Austausch auf Augenhöhe und das eigene Tun immer zu reflektieren. Dies beuge Machtmissbrauch vor.
Rund 50 Führungskräfte nahmen am 17. „Kirchberger Dialog“, organisiert von Bruderhaus-Diakonie, der Samariterstiftung und dem Kloster Kirchberg teil. Das Programm umfasste neben Vorträgen, Diskussionen und Workshops auch Andachten und ein kulturelles Abendprogramm mit Liedern von Clara und Robert Schumann.
Der Philosoph und Publizist Philipp Hübl zeigte im morgendlichen Impuls auf, welchen Einfluss Kultur auf das Machtverständnis hat. In der Ehrenkultur stehe das unbeschädigte Ansehen der Person an oberster Stelle. Das Handeln werde davon bestimmt, wie andere Gesellschaftsmitglieder darüber denken. Hübl unterschied davon die Würdekultur, die die moderne westliche Welt präge und in der besonders anerkannt werde, wer viel leiste, viel besitze und attraktiv ist. „Soziale Macht hat, wer andere dazu bringen kann, etwas zu tun, das nicht dem Naturell des- oder derjenigen entspricht“, erklärte der Referent Große Macht bringe große Verantwortung mit sich. Die universellen Werte der Würdekultur seien Freiheit, Fairness und Fürsorge.
Hermann Klos, Geschäftsführer der Holzmanufaktur Rottweil, berichtete, wie in einem mittelständischen Unternehmen Mitarbeiter beteiligt werden können und berichtete von Zukunftsanliegen des Teams, die dort aufgegriffen werden. Nicht Führen durch Macht stehe im Betrieb im Vordergrund, sondern die Freude an der Arbeit.
Die Psychoanalytikerin Maja Storch geht davon aus, dass Willenskraft und somit Motivation dadurch entsteht, dass Verstand und Gefühl synchronisiert werden. Menschen spürten in einer Situation Gefühle noch bevor das Denken einsetze. Für Führungskräfte bedeute dies, dass sie darauf bei Mitarbeitern Rücksicht nehmen müssen, um die Motivation zu steigern.
Mitarbeitern Antworten geben
Oberst a. D. Reinhold Janke stellte am Beispiel der Werteorientierung der Bundeswehr Führungsprinzipien vor, die deutlich machen, dass Hierarchie und Machtausübung, wenn diese klar und transparent sind, für Sicherheit sorgen könnten und Teilhabe, Selbstständigkeit und Freiheit nicht ausschlössen.
Mitorganisatorin Ulrike Haas, Geschäftsfeldleiterin der Jugendhilfe der Bruderhaus-Diakonie, erinnerte daran, dass in dem Wort Verantwortung „Antwort“ stecke. Es sei Aufgabe von Führungspersonal, diese zu geben.