Raumplanung: Den planetaren Rahmen nicht sprengen

Von links: Patrick Maier, Martin Bachhofer, Katrin Schindele und Walter Hornbach.
BUNDDie CDU-Landtagsabgeordnete Katrin Schindele begrüßte den Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Martin Bachhofer, den BUND-Regionalgeschäftsführer Patrick Maier und Walter Hornbach von der Gruppe Oberes Kinzigtal zu einem Austausch in ihrem Baiersbronner Abgeordnetenbüro. Darüber berichtet der BUND in einer Pressemitteilung.
2021 wurden in Baden-Württemberg etwas mehr als 2250 Hektar verbraucht. Im ländlichen Raum seien die Verbräuche besondern hoch. Der Koalitionsvertrag legt fest, dass in naher Zukunft höchstens 2,5 Hektar am Tag verbraucht werden sollen. 2035 soll Baden-Württemberg flächenneutral sein. Den Weg dorthin skizzierte Katrin Schindele auf die Frage der Umweltschützer so: „Das Ziel ist gesetzt, nun wird mit viel Sachverstand der einzelnen Kommunen, Betroffenen, Verbänden um den richtigen Weg gerungen.“ Weiter erklärt sie: „Ein zentrales Steuerungselement stellt der Landesentwicklungsplan (LEP) dar. Er wirkt sich direkt auf die Region und die Kommunen aus.“ Der Dialog mit Menschen vor Ort und unterschiedlichsten Akteuren sei dafür entscheidend.
Der LEP werde in dieser Legislaturperiode überarbeitet. Er stellt planerisch dar, wie Menschen in den kommenden Jahrzehnten leben und wie Flächen genutzt werden sollen. Das betreffe Themenfelder wie Wohnen, Energiegewinnung, Nahversorgung, Gewerbe, Verkehr, Freizeit sowie Natur- und Artenschutz.
„Die Flächenverbräuche sind gerade im ländlichen Raum in den letzten Jahren stark nach oben gegangen,“ so Bachhofer. „Wir beobachten, dass beispielsweise Wohn- und Gewerbegebiete viel mehr Fläche in Anspruch nehmen als nötig.“ Das liege zum Beispiel daran, dass Gewerbegebiete weiterhin eingeschossig und mit ebenerdigen Parkplätzen geplant werden, oder dass in vielen Wohnbauprojekten auf das Einfamilienhaus gesetzt werde. „Wichtig ist“, ergänzte Maier, „dass wir klare Grenzen beim Flächenverbrauch haben und das auch auf kommunaler Ebene eingehalten werden muss.“ Über gedeckelte Kontingente können der Flächenschutz und die kommunale Selbstverwaltung funktionieren.
Die zweite wichtige Frage sei, wie sich Baden-Württemberg künftig klimaneutral und umweltverträglich mit Energie versorge. Zentral seien Wind- und Sonnenenergie, Geothermie werde zunehmend interessant. Weitere Anteile wie Biomasse, Wasserkraft und Wasserstoff aus regenerativen Quellen runden den Mix ab. Die BUND-Gruppe Oberes Kinzigtal um Walter Hornbach stellt sich dem Thema Energiewende in der Region schon seit Jahren: „In den Hochlagen haben wir viele windhöffige Lagen und könnten noch mehr Energie gewinnen. Letztendlich ist es aber wie beim Flächenverbrauch: Wir sollten uns zuallererst fragen, wo wir Energie einsparen können.“
Die BUND-Vertreter bezeichnen das Gespräch als „gelungenem Dialog über die zukünftige Ausrichtung in der Region und darüber hinaus“. Wachstum bedeute Entwicklung - es sei ein fortschreitender Prozess, der sich an den Notwendigkeiten und Gegebenheitender Zeit und Bedürfnissen von Mensch und Natur orientiert,“ so Schindele. Bachhofer ergänzt: „Die Natur setzt den Rahmen, in dem wir uns entwickeln können. Als Umweltschutzverband warnen wir davor, diesen Rahmen zu sprengen.“ Individuelle und gesellschaftliche Entwicklung könne auf Dauer nur innerhalb der planetaren Grenzen gelingen.