Tübingen
: Vorübergehender, unglücklicher Frustausbruch

Man versteht ja, dass Corona nervt. Und wenn man dann auch noch Aufführungsverbot bekommt, das man für unverhältnismäßig hält, weil im Theater noch kein Ansteckungsfall auszumachen war, kann einem schon mal ein milder Fluch entweichen, der wahrscheinlich als aufmunterndes „Kopf hoch! Wir lassen uns nicht unterkriegen!“ gemeint war.
Von
pme
Tübingen

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Dietmar Dubbel

Aber so kam die LTT-Werbung dann doch etwas missverständlich rüber. Als sollte auf Corona keine Rücksicht genommen werden. Als wolle oder könne man es einfach annulieren. Das LTT in frühkindlicher Trotzphase? Vielleicht. Das LTT als Corona-Leugner? Natürlich nicht.

Und inzwischen sind sie auch wieder weg, die Plakate. In dieser Zeit, in denen sich an der Haltung zur Pandemie, dem Verhalten der Menschen und dem Sinn der Regeln die Geister scheiden, wo kurz vor dem Lockdown den einen Künstlern vorgeworfen wurde, dass sie auftraten, den anderen, dass sie absagten, wird alles sehr genau gelesen, herrscht eine große Empfänglichkeit für falsche Töne. Und glücklich war dieser Ton sicher nicht. Der ein oder andere war alarmiert und fotografierte. Wie gesagt: Die Plakate sind weg. Corona ist noch da. Das ist schlimmer.

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Dietmar Dubbel