Kirchberg·Fest: Kirchberg als Ziel vieler Ausflügler

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Nicht gesetztTrotz unzähliger Maifeste in der Umgebung schien es am gestrigen Maifeiertag so, als seien alle unterwegs zum Kirchberg: Aus der näheren Umgebung wanderten viele oder fuhren mit dem Fahrrad zum ehemaligen Kloster. Die Besucher mit weiterer Anreise sorgten schon am frühen Vormittag dafür, dass die Autos fast bis nach Renfrizhausen und Gruol hinunter am Waldrand entlang parkten. „So viel los war noch nie – aber wen wundert‘s, bei diesem traumhaften Wetter?“, stellte ein Einweiser der Feuerwehr über die 19. Auflage des Klosterfests fest.
Luise Rapps Drehorgelklänge begrüßten die Festpilger von Weitem. Obwohl der Kirchberg zurzeit eigentlich Großbaustelle ist – die Obere Scheuer und die Kläranlage werden zeitgleich umgebaut – hatten die Bauarbeiter die Arbeiten unterbrochen und fast alles beiseite geräumt. Dennoch gab es um die Mittagszeit auf dem gesamten Areal kaum ein mehr als handtuchgroßes freies Plätzchen, und an den Essensausgaben bildeten sich lange Warteschlangen.
Omnipräsent war das Großprojekt dennoch, denn für die Finanzierung sammelten etliche Kirchberger kreativ und charmant Spenden: Künstlerisch gestaltete Streichholzschachteln als symbolische Bausteine gab‘s unter dem Motto „Flamme und Feuer für die Obere Scheuer“ aus dem Bauchladen, die Tombola verhieß mit etwas Glück auch Gewinne.
Kunsthandwerker jeglicher Couleur boten an insgesamt 27 Ständen Kreatives aus Eigenproduktion an: Ob Holz, Stoff, Papier, Seife, Wachs, Stein, Ton oder Kalorienhaltiges – die Vielfalt war außerordentlich groß und von durchweg hoher Qualität.
Mit ausschlaggebend für die Beliebtheit des Klosterfests bei Familien mit Kindern sind die vielen Mitmachangebote: Die Balance musste beim Hindernisparcours und der zehnteiligen Spielstraße gehalten werden, Specksteine oder Stofftaschen konnten gestaltet werden, und auch die Luftballonkünstler des „Circus Elleboge“ fehlten nicht, vor denen die Schlange wartender Jungen und Mädchen nicht abreißen wollte. Schauschmied Lothar Müller ließ Mutige ausprobieren.
Als Kontrast zum Trubel im Freien sorgten Lennart Faustmann mit Orgelmusik, Matthias Gössling mit geistlichem Mai-Singen und die „Capella Kirchpergensis“ in der Johanniskirche für besondere Klangerlebnisse.
Wer sich trotz des sonnigen Wetters zu einem Rundgang durchs kühle Konventgebäude aufraffte, wurde durch eine Ikonen-Ausstellung von Viktor Preibisch, eine große Auswahl beim Bücherflohmarkt in der Elisabethkapelle und Kleidung beim Ecuador-Markt belohnt. Groß und Klein nutzten die Gelegenheit, das Kloster bei Führungen mit Adolf Klek näher kennenzulernen.
Die Gelegenheit, die im Umbau befindliche Obere Scheuer zu inspizieren, nutzten indes wenige. Das Gros der Besucher picknickte und chillte draußen auf Bänken und Wiesen und genoss den „Tag der Arbeit“ mit Nichtstun.
Kunstfreunde hatten bei der Ausstellung von Helmuth Uhrig und im Flohmarktzelt dadurch mehr Platz und Ruhe.
Mit der Sonne und den Besuchern um die Wette strahlten Matthias Gössling und Lothar Hölzle, geistlicher respektive kaufmännischer Leiter. Denn die 19. Auflage des Klosterfests dürfte bezüglich der geschätzt 4500 Gäste einen neuen Rekord erreicht haben.