Tübingen
: Ordnungsdienst erwischt zwei Sprüher

Beamte des Polizeireviers Tübingen haben in der Nacht zum Mittwoch in der Steinlachunterführung zwei mutmaßliche Graffiti-Sprayer gestellt. Die Fallzahlen gingen in den letzten Jahren eher zurück.
Von
job
Tübingen

Bild: Metz

Nicht gesetzt

Beamte des Polizeireviers Tübingen haben in der Nacht zum Mittwoch in der Steinlachunterführung zwei mutmaßliche Graffiti-Sprayer gestellt. Kurz vor drei Uhr hatten Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdiensts die beiden Verdächtigen entdeckt und die Polizei verständigt. Ein 21-jähriger Tübinger, der offenbar gerade dabei war, die Unterführung zu besprühen, sowie ein 23-Jähriger aus Mössingen wurden vorläufig festgenommen.

Im Rucksack des Tübingers fanden die Beamten Spraydosen, der 23-jährige Mössinger trug Lackstifte bei sich. Die Graffiti-Utensilien behielt die Polizei ein. Die beiden jungen Männer erwartet jetzt eine Strafanzeige.

Den Fall bearbeitet nun der auf Graffiti-Fälle spezialisierte Beamte des Tübinger Reviers. Derzeit werde geprüft, ob die beiden für weitere Sprühereien verantwortlich sind, so Polizeisprecher Michael Raff. Einschlägig polizeibekannt waren sie bislang offenbar nicht. Auch haben sie keine Tags gesprüht, wie sie von derzeit aktiven Sprayer-Gruppen verwendet werden. Den entstandenen Schaden in der Steinlachunterführung schätzt die Polizei auf etwa 1000 Euro. Entfernt wurde die Sprühereien bereits am Mittwochvormittag - von einer Fachfirma.

Staatsanwaltschaft würde Sprayer putzen lassen

Dass erwischte Sprayer selbst die von ihnen besprühten Wände reinigen müssten, wie es beispielsweise in Pforzheim gehandhabt wird, könnte sich die Tübinger Staatsanwaltschaft gut vorstellen: „Es ist eine klassische Auflage für Jugendliche, dass sie von ihnen selbst verursachte Schäden wiedergutmachen müssen“, sagt Staatsanwaltssprecher Nicolaus Wegele. Das Jugendgerichtsgesetz macht es auf diese Weise möglich, ein Verfahren abzukürzen, ohne dass es zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Anders als in Pforzheim gibt es in Tübingen kein von der Maler- und Lackierinnung unterstütztes „Anti-Graffiti-Mobil“ - und nach Wegeles Erfahrung scheitert eine ordentliche Reinigung der Wände mitunter „an den technischen Möglichkeiten“.

Anzeigen wegen Graffiti in Tübingen rückläufig

In den vergangenen Jahren nahmen die Anzeigen wegen Graffiti in Tübingen eher ab: Nach Auskunft der Polizei waren es 2014 noch 287 Fälle, davon wurden 26 aufgeklärt, 2015 dann 217 Anzeigen (18 aufgeklärt), 2016 waren es 206 Fälle (16 aufgeklärt) 2017 kam es zu 220 Fällen (32 geklärt). Im vergangenen Jahr seien die Zahlen weiter rückläufig gewesen. Da allerdings nicht alle Sprühereien entfernt wurden, spricht die Polizei davon, dass sie sich „optisch aufsummiert“ hätten.